Netanjahu fährt nicht zu Obamas Atomgipfel

WASHINGTON (inn) - Israels Premier Benjamin Netanjahu hat seine Teilnahme am internationalen Atomgipfel in den USA abgesagt. An seiner Stelle soll der Minister für Geheimdienst und Atomenergie, Dan Meridor, zu der von US-Präsident Barack Obama ausgerichteten Konferenz reisen.

Netanjahu sollte ursprünglich am Montagabend in Washington eintreffen. Am Dienstag wollte er an drei von vier Sitzungen des Gipfels zur Atomsicherheit teilnehmen und einen Tag später zurückfliegen. Doch nun habe er die Reise abgesagt, weil er befürchtete, islamische Staaten könnten Israel zum Unterzeichnen des Atomwaffensperrvertrages auffordern. Dies berichtet die Tageszeitung “Ha´aretz” unter Berufung auf ranghohe Regierungsvertreter.

Obama hat mehr als 40 Länder zu der Konferenz eingeladen. “Der Gipfel soll sich mit der Gefahr des nuklearen Terrors befassen”, sagte ein Regierungsvertreter gegenüber der israelischen Zeitung. “Israel ist Teil dieser Bemühung und hat positiv auf Präsident Obamas Einladung zu der Konferenz reagiert.” Doch “in den letzten Tagen haben wir Berichte über die Absicht mehrerer Teilnehmerstaaten erhalten, vom Thema Kampf gegen Terror abzuweichen und die Veranstaltung zu missbrauchen, um Israel wegen des Atomwaffensperrvertrags zu reizen”.

Das Weiße Haus teilte mit, es sei über Netanjahus Absage informiert. “Wir werden die Teilnahme des stellvertretenden Premierministers Dan Meridor an der Konferenz begrüßen”, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Mike Hammer. “Israel ist ein enger Verbündeter, und wir freuen uns darauf, weiter in Angelegenheiten eng zusammenzuarbeiten, die mit der Atomsicherheit zu tun haben.”

Bislang haben 189 Länder den Sperrvertrag unterzeichnet – darunter sind auch alle arabischen Staaten. Die Ausnahme bilden Israel, Indien, Pakistan und Nordkorea.

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