Netanjahu ernennt Rückzugskritiker Amidror zum Sicherheitsberater

JERUSALEM (inn) - Der Ex-General Ja´akov Amidror wird neuer Vorsitzender des nationalen Sicherheitsrates. Dies gab der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu am Mittwoch bekannt. Amidror hatte sich im Sommer 2005 vehement gegen den Abzug aus dem Gazastreifen ausgesprochen.

Amidror begann seine militärische Karriere im Jahr 1966 als Fallschirmjäger. Er hatte verschiedene Funktionen beim Militärgeheimdienst und war unter anderem militärischer Sekretär des Verteidigungsministers. Nach seinem Ausscheiden aus der Armee gehörte er dem Ausschuss an, der die Geheimdienstarbeit im Zweiten Libanonkrieg untersuchte. Der designierte Sicherheitsberater hat zwei Bücher und zahlreiche Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht, die auch ausländische Armeen nutzen.

Netanjahu sagte laut einer Mitteilung seines Büros, Amidror habe keine Angst, seine professionelle Meinung zu äußern. Auch verfüge er über viel Wissen und Erfahrung in den Bereichen Militär, Sicherheit und Strategie.

Den Plan des damaligen Premierministers Ariel Scharon, alle israelischen Siedlungen im Gazastreifen aufzugeben, hatte Amidror kritisiert. "Aus taktischen Gründen ist Scharons Plan falsch, weil er mehr israelisches Gebiet in die Reichweite palästinensischer Granaten und Raketen bringt und die Fähigkeit der israelischen Armee einschränkt, den Terror zu bekämpfen", sagte er Ende Juli 2005, kurz vor dem Rückzug, gegenüber Israelnetz. "Deshalb ist der Plan zur einseitigen Trennung idiotisch."

Der Gazarückzug verführe die andere Seite zu dem Schluss, sie könne alles erreichen, ohne etwas dafür bezahlen zu müssen. "Warum", fragte sich der Militärfachmann damals, "sollten die Palästinenser künftig noch weiter verhandeln wollen, wenn Israel einseitig alles abgibt?" Außerdem befürchtete er schon vor der Umsetzung, vor allem von Seiten der EU, die Frage nach dem nächsten Schritt, die sich wieder nicht an die Palästinenser, sondern an Israel wendet: "Was werdet ihr als nächstes geben?" Als "historischen Fehler" schätzte der ehemalige militärische Geheimdienstchefs den Gazarückzug aber deshalb ein, weil 74 Prozent der palästinensischen Bevölkerung ihn für eine Frucht des Terrors hielten.

Amidror wird Nachfolger von Usi Arad. Die Regierung muss seiner Ernennung noch zustimmen.

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