Netanjahu am Unterleib operiert

JERUSALEM (inn) – Israels Premierminister Benjamin Netanjahu ist infolge eines Nabelbruchs erfolgreich operiert worden. Der 63-Jährige hatte am Samstagabend über Bauchschmerzen geklagt. Am Sonntagmorgen wurden ihm die Amtsgeschäfte wieder übertragen.
Nach der Notoperation wieder einsatzfühig: Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu (Archivbild)

„Ich möchte mich bei dem professionellen und treuen Medizinerteam bedanken, das mich behandelt hat“, zitierte das Büro des Premierministers am Sonntag eine Mitteilung Netanjahus. „Und bei allen israelischen Bürgern, die sich für mein Ergehen interessiert haben. Ich sorge mich weiterhin die ganze Zeit um Ihr Ergehen und Ihre Sicherheit.“
Eine CT-Untersuchung hatte die ursprüngliche Diagnose bestätigt. Die Notoperation währte wie prognostiziert eine Stunde.
Am Sonntagmorgen wurde nach einem Gespräch von Kabinettssekretär Avichai Mendelblit und dem Leiter der Hadassah-Klinik in Ein Kerem, Juval Weiss, entschieden, dass der Patient sein Amt wieder ausüben könne. Verteidigungsminister Mosche Ja‘alon hatte Netanjahus Befugnisse vorübergehend übernommen. Dies meldet die Tageszeitung „Jerusalem Post“.
Netanjahu wurde am Sonntagnachmittag aus dem Krankenhaus entlassen und soll Ende der Woche seine Arbeit wieder vollständig aufnehmen.

Ja‘alon leitet Ministerausschuss – Rivlin fordert festen Stellvertreter

Die wöchentliche Kabinettssitzung wurde vertagt. Doch ein Ministerausschuss kam am Sonntagabend unter Ja‘alons Leitung zusammen. Er beriet über die 26 palästinensischen Häftlinge, die am Dienstag angesichts der bevorstehenden nächsten Verhandlungsrunde freikommen sollen. Die Fortsetzung der Friedensgespräche ist für Mitte der Woche angesetzt.
Der frühere Knessetsprecher Reuven Rivlin kritisierte unterdessen, dass Netanjahu für Notfälle oder Auslandsreisen keinen Stellvertreter eingesetzt hat. Deshalb musste Kabinettssekretär Mandelblit Samstagnacht eine Telefonumfrage unter den Ministern durchführen, damit Ja‘alon offiziell zum amtierenden Regierungschef erklärt werden konnte. Nach Angaben der „Jerusalem Post“ will Netanjahu verhindern, dass sich im Likud ein Kampf um seine Nachfolge entspinnt. Für seine Staatsbesuche im Ausland hatte er jeweils einen der stellvertretenden Premierminister beauftragt, seine Amtsgeschäfte in Israel zu verwalten.
Rivlin hatte einst Ariel Scharon dazu gebracht, Ehud Olmert zu seinem ständigen Stellvertreter zu ernennen. Er wusste allerdings nicht, dass dies seinen politischen Gegner zum Nachfolger des Regierungschefs machen würde – Scharon erlitt Anfang 2006 einen Schlaganfall und liegt seitdem im Koma.

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