„Nakba-Tag“: Mordanklage gegen israelischen Araber

TEL AVIV (inn) - Nach der mutmaßlichen Amokfahrt vom "Nakba-Tag" ist am Donnerstag Anklage wegen Mordes gegen einen israelischen Araber erhoben worden. Der 22-Jährige war am 15. Mai in Tel Aviv mit einem Lastwagen in mehrere Fahrzeuge und Fußgänger gerast. Dabei kam ein Israeli ums Leben, 17 weitere Personen erlitten Verletzungen.

Mit dem arabischen Wort "Nakba" bezeichnen Palästinenser die "Katastrophe" der israelischen Staatsgründung. Die Polizei vermutet, dass der Angeklagte, Issa Islam Ibrahim, am Jahrestag ein Zeichen setzen wollte. Über eine zwei Kilometer lange Strecke beschädigte er mit seinem Lastwagen einen Bus und weitere Fahrzeuge, verletzte aber auch Fußgänger. Nun wird ihm die Tötung eines Menschen, versuchter Mord und Körperverletzung zur Last gelegt. Dies meldet die Tageszeitung "Ha´aretz".

In ersten Verhören hatte Ibrahim beteuert, zu dem Serienunfall sei es rein zufällig gekommen, weil einer seiner Reifen platt war. Er habe keinen Terroranschlag mit politischen oder nationalistischen Motiven geplant gehabt.

Später stellte er die Ereignisse nach. Doch auch anschließend konnte der Araber die Ermittler nicht von seiner Darstellung überzeugen. Die Antworten auf die Fragen, warum er den Lastwagen nicht habe stoppen können und warum er in den Bus gerast sei, befriedigten die Polizei nicht.

Das Todesopfer war der 29 Jahre alte Aviv Morag aus Givatajim.

Bereits in den vergangenen Jahren hatten Palästinenser in ähnlicher Weise mit Fahrzeugen mehrere Anschläge gegen Israelis verübt.

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