Die Hälfte der Palästinenser wollen laut einer Umfrage keine friedvolle Lösung mit Israel
Die Hälfte der Palästinenser wollen laut einer Umfrage keine friedvolle Lösung mit Israel

Umfrage: Palästinenser wollen dritte Intifada

RAMALLAH (inn) – Laut einer Umfrage begrüßt die Hälfte der Palästinenser eine dritte Intifada. Rund 60 Prozent lehnen Friedensverhandlungen mit Israel ab.

Einer Umfrage des „Palästinensischen Zentrums für die öffentliche Meinung“ zufolge sind mehr als die Hälfte (50,4 Prozent) der Palästinenser für eine dritte Intifada. Das ist laut Nabil Kukali, Präsident und Gründer des Meinungsforschungsinstitutes, ein Zuwachs von 21,7 Prozent gegenüber der Befragung Mitte des Jahres. 29,9 Prozent der Palästinenser bevorzugen einen gewaltlosen Widerstand.

Gemäß des Berichtes des Nachrichtendienstes IMRA vermutet Kukali, dass dieser Negativtrend Selbstmordanschläge durch Bomben in Israel fördere und den Druck der internationalen Gemeinschaft auf die israelische Regierung erhöhe. Letztlich sei die israelische Regierung gezwungen, ihre Standpunkte bezüglich der Zwei-Staaten-Lösung zu „mäßigen“.

Ferner betont Kukali, dass eine dritte Intifada zu einer „bösartigen Schädigung“ der Lebensbedingungen der Palästinenser führe. Ein „politisches, soziales Chaos und Gesetzlosigkeit, und ein ‚herzzerreißender‘ Rückschlag im Bildungsprozess der palästinensischen Gebiete“ sei zu erwarten. Die Meinungsführer in diesem Negativtrend seien palästinensische Gruppierungen (46,6 Prozent) und junge Palästinenser an nationalen Universitäten und Einrichtungen (30,5 Prozent). Eine Vereinigung von Fatah und Hamas sei in dieser Situation realistisch. 43,5 Prozent der Palästinenser haben diesbezüglich eine „optimistische Perspektive“.

Frieden mit Israel ist keine Lösung

Laut der Studie verneinen 62,3 Prozent die Friedensverhandlungen mit Israel. Kukali sieht darin das „Resultat von Frustration, Enttäuschung und Empörung über mehr als 20 Jahre schwankende Verhandlungen, die keinen konkreten Fortschritt im Friedensprozess ermöglichten“.

Auch der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas genieße kein Vertrauen in der palästinensischen Bevölkerung. Knapp die Hälfte (47,8 Prozent) seien unzufrieden mit ihm und wollten dessen Rücktritt. Ein solches Misstrauen hat es laut Kukali noch nie vorher geben. Gründe sieht er in Abbas‘ gewaltfreien Friedensbemühungen und in seiner „Unfähigkeit, maßgebende Entscheidungen zu treffen“.

Dem israelischen Nachrichtensender „i24News“ zufolge wurde die Studie zwischen dem 12. November und 18. November 2015 erhoben. Mehr als 1.000 Palästinenser im Westjordanland, Ostjerusalem und dem Gazastreifen wurden befragt. Die Zahlen sind laut den Organisatoren der Umfrage vergleichbar zu den Ergebnissen vor der zweiten palästinensischen Intifada im Jahre 2000. (tob)

Von: tob

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