Vor dem Begin-Zentrum verübte ein Palästinenser am Mittwochabend ein Attentat auf den jüdischen Aktivisten Glick.
Vor dem Begin-Zentrum verübte ein Palästinenser am Mittwochabend ein Attentat auf den jüdischen Aktivisten Glick.

Attentat auf jüdischen Aktivisten

JERUSALEM (inn) – Ein Palästinenser hat den jüdischen Aktivisten Rabbi Jehuda Glick am Mittwochabend durch Schüsse lebensgefährlich verletzt. Sicherheitskräfte haben einen Verdächtigen auf der Flucht am Donnerstagmorgen erschossen.

Jerusalem kommt nicht zur Ruhe. Eine Woche nach dem Terrorangriff eines Palästinensers, der mit dem Auto in eine Menschenmenge raste und zwei Menschen tötete, ist die Stadt erneut Schauplatz von Gewalt: Am Mittwochabend hat ein Attentäter den jüdischen Aktivisten Rabbi Glick niedergeschossen und dabei lebensgefährlich verletzt.

Täter auf Motorrad

Das Attentat ereignete sich vor dem Begin-Zentrum nahe der Jerusalemer Altstadt, wo Glick einen Vortrag gehalten hatte. Der Abgeordnete Mosche Feiglin (Likud) wurde Augenzeuge. Demnach näherte sich der Täter auf einem Motorrad seinem Opfer. Zunächst tauschte er mit Glick, der gerade sein Auto belud, einige Worte aus. Er wollte offenbar sicher gehen, dass er tatsächlich Glick vor sich hatte. Auffallend war sein „eindeutig arabischer Akzent“. Daraufhin zückte er eine Pistole und feuerte zwei Schüsse auf die Brust von Glick ab.

Der Täter floh nach der Tat. Die Polizei fahndete im Verbund mit dem Inlandsgeheimdienst Schabak nach ihm. Polizeisprecher Micky Rosenfeld zufolge umstellten Sicherheitskräfte am Donnerstagmorgen ein Haus im Stadtteil Abu Tor südlich der Altstadt, wo sie den Attentäter vermuteten. Der Verdächtige floh zunächst auf das Dach und schoss dort auf die Sicherheitskräfte. Diese erwiderten das Feuer. Dabei töteten sie den Verdächtigen.

Islamischer Dschihad: Täter war Mitglied

Bei der anschließenden Untersuchung des Hauses bestätigte sich Rosenfeld zufolge, dass der Erschossene der Attentäter war. Demnach handelt es sich um den 32-jährigen Muatnas Hidschasi. Nach Auskunft des Inlandsgeheimdienstes befand sich Hidschasi elf Jahre in israelischer Haft und kam vor drei Jahren frei. Der Tageszeitung „Ha’aretz“ zufolge gab die Terror-Organisation „Islamischer Dschihad“ bekannt, dass der Täter Mitglied war.

Glick wurde nach den Schüssen in das Krankenhaus Scha’are Zedek eingeliefert. Seinen Zustand beschrieben die Ärzte am Donnerstagvormittag als „ernst, aber stabil“. Es bestehe weiterhin Lebensgefahr. Der 48-Jährige ist Sprecher des Gemeinsamen Ausschusses der Tempelberg-Organisationen. Der Aktivist setzt sich unter anderem für einen freien Zugang für Juden zum Tempelberg ein. Vor einem Jahr trat er dazu in einen zwölftägigen Hungerstreik. Kurz vor dem Attentat hatte er über die Wiedererrichtung des jüdischen Tempels auf dem Areal gesprochen. Der Vortrag erfolgte im Rahmen einer Konferenz zum Thema „Israel kehrt auf den Tempelberg zurück“. Das Thema erzürnt viele Muslime, da sie ebenfalls Anspruch auf den Tempelberg erheben.

Israel sperrte umgehend nach der Tat den Tempelberg. Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) Mahmud Abbas verurteilte diese Maßnahme als „Kriegserklärung“. Palästinenser in der Jerusalemer Altstadt feierten das Attentat mit Feuerwerk, berichtet das Online-Magazin „Times of Israel“. Polizeisprecher Rosenfeld kündigte ein verstärktes Sicherheitsaufgebot in Jerusalem an.

Von: df

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