Gegen Produkte "Made in Israel" regt sich Protest, in diesem Fall gegen die Kosmetiklinie "Ahava".
Gegen Produkte "Made in Israel" regt sich Protest, in diesem Fall gegen die Kosmetiklinie "Ahava".

Israelische Botschaft kritisiert Boykott-Aktion

BERLIN / MÜHLHEIM AN DER RUHR (inn) – Die israelische Botschaft in Deutschland hat die Entscheidung der „Solidarischen Kirche im Rheinland“ gerügt, Produkte aus Israel zu boykottieren. Einigkeit über diese Entscheidung gibt es in der kirchlichen Organisation jedoch nicht.

Die Rheinländer hatten sich der Aktion „Besatzung schmeckt bitter – Kaufverzicht für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel“ angeschlossen. Urheber der Kampagne ist die katholische Organisation „Pax Christi“, die sich als „internationale Friedensbewegung“ versteht. Sie verlangt eine eindeutige Kennzeichnung für Produkte aus den Siedlungsgebieten. Konsumenten fordert sie auf, Produkte mit der Ursprungsbezeichnung „Israel“ nicht zu kaufen. Denn aus dieser Bezeichnung gehe nicht hervor, ob ein Produkt aus den Siedlungsgebieten stammt.

In einer Stellungnahme hat die israelische Botschaft in Deutschland die Unterstützung der Boykott-Aktion nun verurteilt. „Der Staat Israel wird nicht die andere Wange hinhalten, wenn jemand, der mit zweierlei Maß misst, das Land zum Sündenbock machen will. Wir hätten erwartet, dass eine Organisation, die im Namen der Moral auftritt, die Augen aufmacht und für den Frieden eintritt und nicht für Diskriminierung und Spaltung.“

Auf ihrer Internetseite weist die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) in einem Nachtrag darauf hin, dass sich Volker Haarmann, Referent für christlich-jüdischen Dialog der EKiR, gegen besagten Beschluss ausgesprochen hat. Haarmann war zu der Tagung „Israel und Palästina – der schwierige Weg zu Gerechtigkeit und Frieden“ am 21. und 22. September 2012 eingeladen, die die „Solidarische Kirche im Rheinland“ organisiert hatte. Dort hatten die etwa 30 Teilnehmer den Beschluss für die Kampagne „mit überwiegender Mehrheit“ gefasst.

Die „Solidarische Kirche im Rheinland“ lässt sich von Grundsatz leiten, dass „Kirche und Theologie immer politisch sind“ und beteiligt sich nach eigenen Angaben an „herrschaftskritischem, befreiendem Handeln“. Sie kritisiert unter anderem die U-Boot-Lieferungen Deutschlands an Israel und Ägypten. Die Kirchenorganisation entstand 1933 im Widerstand gegen die Nationalsozialisten und hieß bis 1983 „Kirchliche Bruderschaft“.

Von: df