Gilad Schalit ist nach 1.941 Tagen Geiselhaft wieder frei (Foto: Israelisches Militär)

Gilad Schalit in Israel eingetroffen

+++ Update +++GAZA / JERUSALEM (inn) - Mehr als fünf Jahre nach seiner Entführung ist Gilad Schalit am Dienstag über Ägypten nach Israel gebracht worden. In einem ersten Interview äußerte der israelische Soldat gegenüber dem ägyptischen Fernsehen die Hoffnung, der Gefangenenaustausch werde einen Beitrag zum Nahostfriedensprozess leisten. Für Schalit werden 1.027 palästinensische Häftlinge aus israelischer Haft entlassen.

Am Morgen war der 25-Jährige zunächst vom Gazastreifen über den Rafah-Grenzübergang nach Ägypten gebracht worden. Dort übergaben ihn die Ägypter an das israelische Militär. Durch den Übergang Kerem Schalom zwischen Gazastreifen, Ägypten und Israel gelangte Schalit in sein Heimatland. Er erhielt eine Armeeuniform.

Am Luftwaffenstützpunkt Tel Nof nordöstlich der Küstenstadt Aschdod traf der Soldat erstmals seit der Entführung im Juni 2006 seine Angehörigen. Er ist wohlauf. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hieß ihn herzlich willkommen. Als Soldat habe er gewusst, dass er nach Hause gebracht werde, falls er in Kriegsgefangenschaft geraten sollte.

Erste Gruppe Häftlinge freigelassen

Sobald bestätigt war, dass sich der Israeli in den Händen ägyptischer Regierungsvertreter befand, begann die Freilassung einer ersten Gruppe von palästinensischen Häftlingen. Ein Teil von ihnen wird über Ägypten in den Gazastreifen oder ins Ausland gebracht. Andere Gefangene wurden ins Westjordanland transferiert. Weitere Häftlinge wurden auf israelischem Gebiet freigelassen, teilte das Militär mit.

Die erste Gruppe besteht aus 477 Arabern. Die restlichen Gefangenen sollen in zwei Monaten freikommen. Unter den Palästinensern sind auch Terroristen, die wegen Beteiligung an Morden zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt wurden.

In Ramallah wurden die ehemaligen Häftlinge begeistert empfangen. Viele Palästinenser schwenkten Fahnen der radikal-islamischen Hamas. Im Gazastreifen feierte die dort herrschende Gruppe ihren "Sieg".

Der damals 19-jährige Schalit war am 25. Juni 2006 bei einem palästinensischen Überfall auf einen israelischen Armeestützpunkt entführt worden. Die acht palästinensischen Angreifer waren durch einen Tunnel auf israelisches Gebiet gelangt. Sie töteten zwei Soldaten und verschleppten Schalit in den Gazastreifen. Während der gesamten Zeit seiner Geiselhaft durfte nicht einmal das Rote Kreuz den Israeli besuchen - ein Verstoß gegen die Menschenrechtskonventionen.

Von: E. Hausen

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