HAMBURG / JERUSALEM (inn) - Der Islamwissenschaftler und Buchautor Bassam Tibi hat die in weiten Teilen der islamischen Welt verbreitete "antisemitische Tradition" als eines der Hindernisse für einen Frieden zwischen Juden und Arabern bezeichnet. In einem Beitrag in der Wochenzeitung "Die Zeit" (Hamburg) schreibt Tibi: "Der Inhalt vieler antisemitischer Schriften in islamischen Sprachen weist offensichtliche Parallelen zur NS-Ideologie auf."

 

Vielfach werde immer noch bestritten, daß es in der islamischen Zivilisation überhaupt eine antisemitische Tradition gebe. Außerdem habe sich die "arabisch-islamische Spielart des Antisemitismus" hinter dem Begriff "Antizionismus" versteckt. Dies sei aber längst nicht mehr der Fall, da in weit verbreiteten, antisemitischen Pamphleten nicht zwischen "Juden und Israelis differenziert wird", schreibt der Islamwissenschaftler in der "Zeit".

 

Eine antisemitische Grundhaltung finde sich auch in der Charta der Hamas, einer der führenden Kräfte der gegenwärtigen Intifada gegen Israel. Darin heiße es unter anderem: "'Palästina ist gesegnetes islamisches Territorium und erstreckt sich vom Mittelmeer bis zum Jordan. Es bildet daher eine unteilbare Einheit.' Mit anderen Worten: entweder Israel oder Palästina. (...) Auf der Basis dieser antisemitischen Einstellung läßt sich kein Frieden zwischen Juden und Arabern verwirklichen", schreibt Tibi.

 

Ähnliches stellte auch Eldad Beck, Deutschland-Korrespondent der israelischen Tageszeitung "Yedioth Ahronoth", in einem Interview im "Israel-Report" fest:

 

"Wenn man sieht, wie heute in der arabischen und islamischen Welt Antijudaismus verbreitet wird, durch Bücher, durch Propaganda in der Presse, durch Karikaturen, durch religiöse oder politische Aussagen, wie groß der Nationalsozialismus in der arabischen Welt geschrieben wird, dann bekommt man eine andere Erklärung als das Leiden (der Palästinenser) dafür, daß ein Palästinenser oder eine Palästinenserin sich sagen, heute werde ich Israelis töten. Allein die Tatsache, daß Hitlers 'Mein Kampf' in über 22 arabischen Übersetzungen erschienen ist, spricht für sich.

 

In der arabischen und moslemischen Welt herrscht eine Pädagogik der Vernichtung, die mit der Zeit in Europa in den 20er und 30er Jahren verglichen werden kann. Leider wird über dieses Phänomen in der westlichen und besonders der europäischen Presse nur sehr selten berichtet", sagte Beck.

 

Das ganze Interview mit Eldad Beck lesen Sie in der neuen Ausgabe des "Israel-Report", die in wenigen Tagen erscheint. Bestellung: info@israelnetz.de

Von: ad

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