HAIFA (inn) - Bei einem erneuten Selbstmordanschlag eines Palästinensers sind am Sonntagnachmittag in der nordisraelischen Hafenstadt Haifa mindestens 15 Menschen ermordet worden, rund 45 wurden zum Teil schwer verletzt.

 

Der Selbstmord-Attentäter sprengte sich gegen 14:45 Uhr Ortszeit im Restauraunt "Matza" im Haifaer Stadtteil Neve Sha´anan in die Luft. Augenzeugen berichteten, das Lokal sei vollständig zerstört worden. Ein Teil der Dachkonstruktion sei von der Wucht der Detonation eingestürzt.

 

Das Matza-Restaurant gehört einen israelischen Araber. Dort verkehrten auch viele Palästinenser. Vor dem Lokal stand kein Sicherheitsmann, weil es als ausgeschlossen galt, daß palästinensische Terroristen ein arabisches Lokal als Ziel auswählen würde.

 

Zu dem Anschlag bekannte sich die radikal-islamische Hamas-Bewegung. Ihr Sprecher, Abdel Aziz Rantisi, hatte kurz zuvor in Gaza bekanntgegeben, seine Terrorgruppe trete "in eine neue Phase des Kampfes" gegen Israel ein.

 

Auch die Gruppen Jihad al-islami und die Aksa-Brigaden Yasser Arafats bekannten sich zu dem Anschlag. Daß sich mehrere Terrorgruppen zu einem Anschlag bekennen, ist bei den Palästinensern nicht unüblich.

 

Die Polizei riegelte den Bereich weiträumig ab. Auch die alte Fernstraße zwischen Tel Aviv und Haifa wurde gesperrt.

 

Bereits am Vormittag hatte es Terrorwarnungen in der Sharon-Ebene in Zentralisrael gegeben. Die Polizei sperrte die Autobahn an der Geha-Kreuzung auf der Suche nach palästinensischen Terroristen.

 

In einer ersten Stellungnahme sagten Sprecher der israelischen Regierung, die Armee werde ihre Militäraktionen in Judäa, Samaria und Gaza mit noch mehr Nachdruck und "beschleunigt" weiterführen.

 

Der ehemalige, linksgerichtete Premierminister Israels, Ehud Barak (Arbeitspartei), sagte am Sonntagnachmittag dem britischen Sender "BBC", er würde "viel härter zuschlagen" als Sharon es tue. Arafat gewinne mit seiner Politik "keinen Zentimeter Raum".

Von: zö

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