Nach Tod von vier Verwandten: Palästinensischer Arzt dankt Israelis für Unterstützung

GAZA (inn) - Der palästinensische Arzt Eseldin Abu al-Aisch hat im Januar drei Töchter und eine Nichte bei einem Angriff der israelischen Armee verloren. Nun bedankte er sich bei allen, die den Vorfall untersucht hatten, mit den Worten: "Wir machen alle Fehler, und wir können sie nicht wieder gut machen."

Der Vater von acht Kindern sei für die Israelis zu einem Symbol des Gaza-Konflikts geworden, berichtet die Tageszeitung “Ha´aretz”, indem er “schluchzend” eine Fernsehansprache wegen seiner verstorbenen Kinder hielt. Der 55-jährige Gynäkologe arbeitete in israelischen Krankenhäusern und spricht deswegen Hebräisch.

Die israelische Armee hatte am Montag bekannt gegeben, eine Untersuchung der Vorfälle vom 16. Januar habe ergeben, dass die vier Mädchen durch israelische Waffen getötet worden seien. “Zunächst möchte ich all denjenigen danken, die dort gearbeitet und den Mut und das gute Gewissen hatten, die Wahrheit ans Licht zu führen, an die ich immer geglaubt hatte”, sagte Al-Aisch nach der Veröffentlichung des Abschlussberichts über den Vorfall Anfang des Jahres.

“Viele Menschen haben mir Kraft gegeben”

“Wir haben zwei Möglichkeiten: den Weg der Dunkelheit oder den Weg des Lichts. Der Weg der Dunkelheit ist mit Komplikationen, Krankheiten und Depressionen behaftet. Der Weg des Lichts hingegen hat die Zukunft und meine Kinder im Blick.” Das habe ihn ermutigt, nicht aufzugeben. Weiter dankte er auch den Israelis, die ihm Stärke und Kraft gewünscht hatten. “Die Liebe, die ich von bekannten und fremden Menschen bekommen habe, hat mir Kraft gegeben.”

In dem Abschlussbericht zu den Untersuchungen erklärt die Armee, dass Golani-Truppen von Heckenschützen beschossen worden seien, die sich im Nachbarhaus des Arztes positioniert hatten. Die Truppen hätten verdächtige Personen im Obergeschoss des Hauses gesehen und dann von ihrer Position gefeuert. Die Soldaten hätten Stimmen im Gebäude gehört und wollten es evakuieren. Als Al-Aisch davon erfahren habe, habe er gesagt, dass keine Kämpfer in dem Haus seien. Die Armee betont in dem Bericht, dass sie lediglich auf Bewaffnete habe schießen wollen, nicht auf Zivilisten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen