Nach Terroranschlag annulliert Israel Erleichterungen

JERUSALEM (inn) – Ein Israeli ist nach einem weiteren palästinensischen Anschlag an seinen Schussverletzungen gestorben. Israel nimmt deshalb erneut Ramadan-Erleichterungen zurück. Botschafter Ron Prosor appelliert an die Vereinten Nationen.
Die Ärzte im Jerusalemer Krankenhaus Schaarei Sedek haben vergeblich um Malachi Rosenfelds Leben gekämpft.

Foto: Sir kiss (gemeinfrei)

Die Ärzte im Jerusalemer Krankenhaus Schaarei Sedek haben vergeblich um Malachi Rosenfelds Leben gekämpft.
Am Dienstagabend ist der 26-jährige Israeli Malachi Rosenfeld seinen Verletzungen erlegen. Am Montagabend war er zusammen mit drei Freunden durch Schüsse auf ihr Fahrzeug nahe der Schvut Rachel-Kreuzung im Westjordanland verletzt worden. Israelische Sicherheitskräfte fahnden noch nach den Tätern. Am Dienstag wurde bei der Grenzkontrolle Kalandija im Norden Jerusalems ein weiterer Terroranschlag verhindert. Ein Palästinenser lief mit „Allahu-Akbar“-Rufen auf die Soldaten zu. Als er nicht stoppen wollte, schossen die Soldaten auf seine Beine. Noch ist unklar, was er im Sinn hatte. Seit Beginn des Ramadan vor elf Tagen hat es fast täglich Terroranschläge auf Israelis gegeben. Sie forderten bislang zwei Todesopfer.

Erleichtungen zurückgenommen

Vor dem Fastenmonat hatten die israelischen Militärbehörden Erleichterungen für die Palästinenser aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen verkündet und umgesetzt. Wegen der Terrorwelle wurden viele dieser Lockerungen der Bewegungsfreiheit inzwischen wieder zurückgenommen. Während an Freitagen muslimische Frauen ohne jegliche Genehmigung zum Gebet auf dem Tempelberg in Jerusalem einreisen durften, müssen jetzt Frauen bis zum Alter von 40 Jahren wieder eine Genehmigung einholen. Nur Männer ab 50 Jahren können ohne Genehmigungen einreisen. Die Genehmigung für 500 Palästinenser, über den Ben Gurion-Flughafen ins Ausland zu fliegen, wurde gänzlich annulliert. Ein Kontrollpunkt nördlich von Ramallah war aus Anlass des Ramadan für alle Palästinenser geöffnet worden. Künftig dürfen ihn nur noch Palästinenser mit VIP-Ausweisen benutzen. Obgleich die Sicherheitskooperation der palästinensischen Polizeikräfte mit Israel weitergeht, vor allem bei der Verfolgung von Hamas-Anhängern, beklagte sich der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu über das Schweigen der Autonomiebehörde zu den Terroranschlägen der letzten Tage. Netanjahu kritisierte auch, dass antisemitische TV-Serien und die fortgesetzte Hetze gegen Israel in den palästinensischen Medien zu der Terror-Welle geführt habe. Die Hamas-Bewegung hat die Attentäter als „Helden“ und „Märtyrer“ gelobt, aber nicht die Verantwortung für die Anschläge übernommen. In den meisten Fällen handelt es sich offenbar um „Einzeltäter“, und nicht um organisierte Anschläge.

Prosor: Teil der weltweiten Terrorwelle

Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Ron Prosor, wandte sich infolge der jüngsten Attentate an UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon und den Weltsicherheitsrat. „Ich schreibe Ihnen zum zweiten Mal in weniger als zwei Wochen, um Sie darüber zu informieren, dass ein weiterer israelischer Bürger durch palästinensische Terroristen brutal ermordet wurde“, heißt es in dem Brief laut einer Mitteilung des Außenministeriums. Weiter schreibt Prosor: „Malachi Mosche Rosenfeld, 26 Jahre alt, wurde erschossen, während er von einem Basketballspiel mit seinen Freunden, die bei dem Angriff ebenfalls ernsthaft verletzt wurden und weiter im Krankenhaus behandelt werden, nach Hause fuhr. Malachi hatte die Verantwortung für seine Familie übernommen, nachdem sein älterer Bruder vor 13 Jahren bei einem tragischen Unfall gestorben war. Dieser grausame Mord ist eine unerträgliche Tragödie für seine Familie und seine Gemeinde.“ Der Diplomat verweist ferner auf den Angriff einer Palästinenserin auf eine 19-jährige Soldatin beim Rahelgrab, die schwere Stichverletzungen erlitt. Die Anschläge seien eine direkte Folge der Hetze in den palästinensischen Medien. Prosor ergänzt: „Diese Angriffe sind Teil eines weltweiten Aufkommens des Terrors. Wir alle waren Zeugen der furchtbaren Terroranschläge der letzten Woche in Frankreich, Tunesien und Kuwait, die Sie ‚auf das Schärfste‘ verurteilt haben. Wir schließen uns Ihrem Aufruf an, dass ‚diejenigen, die für diese entsetzlichen Gewalttaten verantwortlich sind, schnell vor Gericht gebracht werden müssen‘.“ Er erwarte, das die UNO die Attentate in Israel in einer ähnlich entschiedenen Weise verurteile, schloss der Botschafter. „Terror ist Terror, egal wo er stattfindet oder wer Schaden erleidet. Die Israelis verdienen dasselbe Niveau an Besorgnis und Mitgefühl wie jedes andere Volk in der Welt.“ (uws/eh)

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