Nach Netanjahus Rede: Obama sieht Chance für neue Verhandlungen

WASHINGTON / JERUSALEM (inn) - US-Präsident Barack Obama hat dazu aufgerufen, die Lage im Nahen Osten nicht nach den ersten Reaktionen auf die Rede von Israels Premierminister Benjamin ("Bibi") Netanjahu zu beurteilen. Unterdessen zeigte sich der israelische Regierungschef enttäuscht über die negative Resonanz der arabischen Welt auf seine Ansprache.

„Ich denke, jedes Mal, wenn ein israelischer Premierminister sich äußert, ist die erste Reaktion auf der anderen Seite negativ. Wenn die andere Seite eine Erklärung abgibt, ist die Reaktion in Israel oft negativ“, so der US-Präsident. Netanjahu habe zwar viele Bedingungen genannt, aber „immerhin sehen wir die Möglichkeit, dass wir wieder mit ernsthaften Verhandlungen beginnen können“, sagte Obama im Anschluss an ein Treffen mit Italiens Premierminister Silvio Berlusconi am Montag in Washington. Dies meldet die Tageszeitung „Jerusalem Post“.

Er wies darauf hin, dass über die israelischen Sicherheitsbedingungen ebenso wie über die palästinensischen Ansprüche auf Souveränität verhandelt werden müsse. Dabei betonte er erneut, dass Israel den Siedlungsbau stoppen müsse. Die Palästinenser rief er dazu auf, Israel anzuerkennen und auf anti-israelische Rhetorik in Schulbüchern zu verzichten.

Netanjahu: „Ich habe die Tür für den Frieden geöffnet“

Netanjahu selbst äußerte sich in der Nacht zum Dienstag gegenüber dem Fernsehsender CBS enttäuscht über die arabischen Reaktionen. „Ich bin enttäuscht, denn ich habe einen Schritt unternommen, der nicht leicht war. Ich glaube, ich habe mir eine bessere Reaktion gewünscht … Ich denke, ich habe die Tür für Frieden geöffnet. Und ich hoffe, dass die Palästinenser und die arabische Welt darauf reagieren“, so Israels Regierungschef.

Netanjahu hatte in seiner Rede zur Aufnahme der Friedensverhandlungen aufgerufen. Die Palästinenser hatte er aufgefordert, Israel als jüdischen Staat anzuerkennen und die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge in den Staat Israel aufzugeben. Der Gründung eines entmilitarisierten Palästinenserstaates stimmte der Premier zu. Eine Teilung Jerusalems lehnte  Netanjahu ab. Die Ansprache war in der arabischen Welt als inakzeptabel aufgenommen worden.

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