Nach Nazi-Vergleich: Philippinischer Botschafter zurückgerufen

MANILA (inn) – Das philippinische Außenministerium hat seinen Botschafter Antonio Modena zu einer Beratung aus Israel zurückberufen. Er hatte für Aufruhr gesorgt, weil er die israelische Einwanderungspolizei mit den Nazis verglichen hatte.

“Die Einwanderungspolizei hat die Geschichte des Volkes Israel vergessen”, sagte Modena in der vergangenen Woche in einem Zeitungsinterview. “Sie verhält sich so, wie sich die Nazis gegenüber den Juden benahmen.”

Am Montag wurde Modena deshalb ins israelische Außenministerium zitiert. Er wurde aufgefordert, seine Worte vollständig zurückzunehmen und um Entschuldigung zu bitten. Sonst müsse Israel äußerst harte diplomatische Schritte ergreifen. Der Botschafter entschuldigte sich während des Gesprächs.

“Ich bitte um Verzeihung für die Verwendung der Begriffe Nazi, Gestapo und rassisch in dem Interview”, sagte Modena gegenüber dem Online-Dienst der “Jediot Aharonot”. “Ich verstehe, dass das ein Fehler war, zumal es sich um einen Staat handelt, der geboren wurde, um eine zweite Scho´ah zu verhindern, und er ist das Land der Überlebenden. Ich entschuldige mich bei denen, die durch diese Äußerung verletzt wurden. Das habe ich auch dem Außenministerium klargemacht.”

Das Außenministerium in Manila teilte am Dienstagmorgen mit, es habe Modena aufgefordert, zu einer Beratung auf die Philippinen zu kommen. Der Botschafter werde jedoch bald nach Israel zurückkehren, betonte eine Sprecher des Ministeriums.

Connie Bragas-Regalado, die Vorsitzende der Organisation “Migrante”, die sich um philippinische Gastarbeiter kümmert, meinte: “Israel ist derjenige, der Philippinos bei Flügen nach Israel in den Flugzeugen von anderen trennt, und es unternimmt nächtliche Razzien in Häusern von philippinischen Arbeitern. Deshalb muss Israel sich entschuldigen.”

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