Auf dem Dach eines verlassenen Gebäudes auf dem Tel Aviver Rothschild-Boulevard trafen sich Aktivisten, um eine Erklärung an das israelische Innenministerium zu unterschreiben. Sie fordern, dass in ihren Personalausweisen in Zukunft "religionslos" als religiöser Status angegeben wird, heißt es in der Tageszeitung "Ha´aretz".
"Die Kombination aus Judentum und Demokratie ist nicht möglich", sagte der Schriftsteller Yoram Kaniuk in seiner Eröffnungsrede bei der Versammlung. Erst vergangene Woche hatte ihm das Bezirksgericht Tel Aviv gestattet, "religionslos" als offiziellen religiösen Status anzugeben. "Ich glaube nicht an Gott. Und würde er tatsächlich existieren, brächte ich ihn um für das, was er getan hat." Die größten Feinde des Judentums seien seiner Meinung nach das Rabbinat und die religiösen Führungskreise.
Unter den Teilnehmern der Protestaktion in Tel Aviv waren auch der Linksaktivist Uri Avneri und der Knessetabgeordnete Nitzan Horowitz (Meretz). Wie "Ha´aretz" schreibt, seien die beiden zwar Unterstützer der Idee, hätten die Erklärung aber nicht unterzeichnet.