Nach Feuerpause: Luftwaffe reagiert auf palästinensischen Beschuss

GAZA (inn) – Palästinenser im Gazastreifen haben am Freitag erneut eine Raketensalve auf Südisrael abgefeuert. Die israelische Armee reagierte mit Luftangriffen. Verhandlungen in Ägypten über eine Verlängerung der Feuerpause waren zuvor gescheitert.
Bereits vor Ablauf der Feuerpause haben Palästinenser im Gazastreifen erneut Südisrael beschossen. (Archivbild)

Nach Angaben des israelischen Militärs schlugen bereits um 4 Uhr Ortszeit zwei Raketen in der Region Eschkol ein – vier Stunden vor Ende der dreitägigen Waffenruhe. Die Armee sah zunächst von einer Antwort ab. Nach Ablauf der Feuerpause wurden bis zum Nachmittag mindestens 35 Geschosse auf israelische Ziele abgefeuert, eines wurde vom Abwehrsystem „Eisenkuppel“ über der Küstenstadt Aschkelon abgefangen. Eine Rakete landete im Gazastreifen, wie die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“ meldet.
Die Terrorvereinigung Islamischer Dschihad bekannte sich zu einem Teil der Angriffe. Die Gruppe „Al-Asifah“, ein militärischer Flügel der Fatah, übernahm die Verantwortung für drei Raketen, die gegen Aschkelon gerichtet waren. Dies berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur „Ma‘an“. Der Hamas-Kommandeur Abu Laith sagte indes der Onlinezeitung „Times of Israel“, viele Tunnel seien noch funktionstüchtig.
Gegen 10.40 Uhr begann die israelische Luftwaffe als Reaktion, Terrorziele im Gazastreifen zu beschießen. Dabei starb nach palästinensischen Angaben ein zehnjähriges Kind.
Bis in die frühen Morgenstunden hatten Israelis und Palästinenser in Kairo in indirekten Gesprächen über eine Ausweitung der Waffenruhe verhandelt. Dabei versuchte Ägypten zu vermitteln. Doch die Hamas bestand darauf, dass Israel zuerst ihren zentralen Forderungen nachkomme. Im Mittelpunkt steht eine Aufhebung der Blockade gegen den Gazastreifen.
„Es ist eine endgültige Entscheidung. Israel hat uns nichts angeboten“, kommentierte ein Hamas-Vertreter der palästinensischen Delegation am frühen Freitagmorgen die ablehnende Haltung. „Israel hat sich geweigert, die Blockade aufzuheben.“ Der Hamas-Sprecher Fawsi Barhum sagte der Nachrichtenagentur AFP, alle palästinensischen Gruppen im Gazastreifen hätten die Verlängerung der Waffenruhe abgelehnt. Die Verhandlungen will die radikal-islamische Organisation allerdings fortsetzen.

Israelische Elektriker reparieren palästinensisches Stromnetz

Unterdessen setzen Arbeiter der Israelischen Elektrizitätswerke (IEC) ein Stromnetz an der Grenze zum Gazastreifen wieder instand, das die dort lebenden Palästinenser versorgt. Die Leitungen waren durch Raketen der Hamas beschädigt worden. Aus Sicherheitsgründen begleiten israelische Soldaten die Arbeiten. Die IEC liefern 120 Megawatt über zehn Hochspannungsleitungen in den Gazastreifen. Das teilte die israelische Botschaft in Berlin unter Berufung auf die Militärverwaltung in den Palästinensergebieten (COGAT) mit. Die Stromversorgung ist derzeit auch deshalb eingeschränkt, weil die meisten der Leitungen auf palästinensischer Seite beschädigt wurden.

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