Mossad-Agentin gestorben

TEL AVIV (inn) – Sie war eine der ersten Agentinnen des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad: In der vergangenen Woche starb Yehudit Nesiyahu 78jährig in Tel Aviv an einer schweren Krankheit. Ein Höhepunkt ihrer Karriere war die Mitwirkung an der Entführung von SS-Sturmbannführer Adolf Eichmann, der im Dritten Reich maßgeblich für die Massenvernichtung der Juden verantwortlich gewesen war.

Nesiyahu wurde 1956 als eine der ersten Frauen vom Mossad rekrutiert. Sie hielt sich an die jüdischen Gesetze und stand politisch rechts. Ihr Mann Mordechai, den sie Anfang der 60er Jahre heiratete, war hingegen säkular und ein Veteran der linksgerichteten Arbeiterpartei Mapai. Dennoch war die Ehe glücklich. Der einzige Sohn Haim wurde 1964 geboren.

Nach 20jährigem Dienst für den Mossad begann Nesiyahu ihr Jurastudium in Tel Aviv. Als Reaktion auf die Abkommen von Camp David engagierte sie sich in der rechtsgerichteten Tehiya-Partei, die Vertreter des Likud-Blockes gegründet hatten. 1994 kam Haim bei einer Reise in Nepal auf mysteriöse Weise ums Leben. Mordechai Nesiyahu starb drei Jahre später.

Über ihre geheimen Aktionen für den Mossad sprach Yehudit Nesiyahu am liebsten überhaupt nicht. Als 1960 Eichmann in Argentinien, wo er Exil gefunden hatte, entführt und zum Prozeß nach Israel gebracht wurde, war die Agentin maßgeblich beteiligt. Zudem half sie unter anderem mit, als der Mossad marokkanische Juden heimlich nach Israel brachte.

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