Moralisches Dilemma durch Kontrolle der Palästinenser

Dass Israel die Palästinenser im Westjordanland militärisch kontrollieren muss, stellt für viele jüdische Staatsbürger ein moralisches Problem dar. Gleichzeitig fehlt ihnen aber eine echte politische Alternative zur Situation.
Zwei israelische Soldaten kontrollieren einen Palästinenser am Abu-Dis-Checkpoint im Westjordanland
Zwei israelische Soldaten kontrollieren einen Palästinenser am Abu-Dis-Checkpoint im Westjordanland

JERUSALEM (inn) – Ein Großteil der Juden in Israel denkt, dass es ein moralisches Problem mit der Kontrolle ihres Landes von den Palästinensern gibt. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage, die das Van Leer Institut in Jerusalem gemacht hat, sehen dieses Dilemma 71 Prozent. An der Umfrage, die den Namen „Religiöser Glaube, Friede und Koexistenz“ trägt, waren auch das Bürgervertragsforum und das Schaharit-Institut beteiligt. Es ging dabei um Fragen nach einem Frieden mit den Palästinensern.

Sogar noch mehr israelische Juden denken, dass die Kontrolle über die Palästinenser in Judäa und Samaria nicht gut für das eigene Land sei. Das sagen nämlich 78 Prozent. Gleichzeitig sehen die meisten Juden aber keine echte Alternative zur aktuellen Situation. Denn nur 12 Prozent denken, dass die militärische Kontrolle sofort gestoppt werden soll. 66 Prozent sehen den Status quo als alternativlos an.

Friede ist wichtiger religiöser Wert

Die Frage, ob der Frieden in der eigenen Religion ein wichtiger Wert im Verhältnis zu Menschen mit anderen Religionen sei, bejahten 78 Prozent der jüdischen Israelis. Bei den Arabern, die in Israel leben, sagten das 93 Prozent. Religiöse Oberhäupter sollten auch mehr zu dem Friedensprozess in der Region beitragen, befanden 51 Prozent der Juden und 72 Prozent der Araber.

„Der Fakt, dass verschiedene israelische Gruppen – Juden und Araber – keine Verbindung mit dem bekannten liberalen Friedensdiskurs haben, bedeutet nicht, dass sie keine werte-bezogene Haltung zum Frieden hätten“, fasst der Leiter des Schaharit-Instituts, Eilon Schwartz, das Ergebnis zusammen.

Von: mm

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