Mörder des Israelis lebt in Jaffa

Nach dem tödlichen Anschlag bei Ariel stellt sich heraus: Der Attentäter hat einen israelischen Personalausweis. Das Auswärtige Amt in Berlin verurteilt die Tat scharf.
Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Das Mordopfer Itamar Ben-Gal mit seiner Ehefrau Miriam

Foto: Privat

Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Das Mordopfer Itamar Ben-Gal mit seiner Ehefrau Miriam

ARIEL (inn) – Der Palästinenser, der am Montag im Westjordanland einen Israeli erstochen hat, besitzt einen israelischen Personalausweis. Israelischen Sicherheitsbehörden zufolge handelt es sich bei dem Attentäter um den 19 Jahre alten Abed al-Karim Assi. Er lebt in Jaffa. Sein Vater wohnt in der Autonomiestadt Nablus, seine Mutter in Haifa, heißt es laut der Onlinezeitung „Times of Israel“.

Assi hatte am Montagnachmittag an einer Bushaltestelle bei Ariel dreimal auf sein Opfer eingestochen. Der Israeli, Rabbi Itamar Ben-Gal aus Har Bracha, lief über die Straße und brach zusammen. Die Ärzte im Krankenhaus von Petah Tikva konnten nur den Tod des 29-Jährigen feststellen. Er hinterlässt seine Frau Miriam und vier Kinder. Obwohl ein israelischer Offizier das Auto des Attentäters rammte, konnte dieser entkommen.

Mörder von Sozialfürsorge betreut

Der Mörder hatte in Tel Aviv an einem Programm für gefährdete Jugendliche teilgenommen – unter anderem in einer Obdachlosenunterkunft der Organisation „Schanti-Heim“. Deren Koordinatorin, Hilit Levy, zeigte sich im Gespräch mit dem Sender „Kanal 10“ „schockiert“ über die Nachricht. Assi habe im November 2016 beschlossen, das Heim zu verlassen, weil er nicht mehr wöchentlich seine Familie in Nablus besuchen sollte. „Er kam aus einer zerbrochenen Familie, die ihn nicht unterstützte“, merkte sie an.

Aus dem Wohlfahrtsministerium hieß es am Montag: „Im Laufe der Jahre wurden Versuche gemacht, dem jungen Mann zu helfen, der von seinen Eltern verlassen worden war.“ Er habe mehrmals seine Unterkunft und das Rehabilitierungsprogramm verlassen, an dem er teilnahm.

Assis Mutter verurteilte seine Tat und forderte ihn auf, sich zu stellen. „Denn was er getan hat, wird niemandem helfen. Im Gegenteil, er hat sich ruiniert und hat alles ruiniert.“ Sie ergänzte, ihr Sohn sei ihr 40 Tage nach seiner Geburt weggenommen worden. „Ich sah ihn erst 16 Jahre später wieder und konnte nicht glauben, dass das mein Sohn war.“

Die radikal-islamische Hamas teilte mit, der Anschlag sei Ausdruck des Widerstandes gegen die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch US-Präsident Donald Trump. „Die Hamas begrüßt solch erfolgreiche Operationen“, sagte Sprecher Abdel Latif Qanu. Die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ zitierte einen Hamas-Vertreter mit den Worten: „Die Intifada geht weiter“, das zeige der Angriff vom Montag.

Deutsches Außenministerium kondoliert Angehörigen

Das Auswärtige Amt in Berlin verurteilte den tödlichen Messerangriff. Der Mord „erfüllt uns mit großer Trauer und ernster Sorge“, heißt es in einer Mitteilung vom Montag. „Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Hinterbliebenen des Opfers. Es ist die zweite solche Bluttat innerhalb eines Monats.“ Dies bezieht sich auf den Anschlag auf Rabbi Rasiel Schevach am 9. Januar. Das Ministerium verurteilte „alle, die diese hinterhältige Tat begrüßen und so weiteren Hass schüren. Gewalt und der Aufruf zu Gewalt werden nicht dazu führen, dass Israelis und Palästinenser Seite an Seite in Frieden und Sicherheit leben können“.

Itamar Ben-Gal wurde am Dienstag in Har Bracha beerdigt. Knessetsprecher Juli Edelstein (Likud) sagte bei der Trauerfeier, die Antwort auf Terror sei ein weiterer Ausbau der Siedlungen. „Wir werden weiter am Leben hängen. Die Gemeinde Har Bracha wird eine Stadt werden“, kündigte er laut der Nachrichtenseite „Arutz Scheva“ an.

Indes äußerte sich die Witwe des im Januar ermordeten Rabbiners, Jael Schevach, auf Facebook: „Ich hätte nie gedacht, dass ich das Gefühl haben würde, dass mir eine Schwester geboren wurde. Miriam, ich umarme Dich, meine Liebe. Wir werden es durchstehen. Zusammen. Allein.“

Von: eh

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