Mobiltelefone irritieren Israelis und Palästinenser

JERUSALEM / RAMALLAH (inn) – Kollektive Verwirrung: Derzeit ist es um die offiziellen Beziehungen zwischen Israelis und Palästinensern nicht gut bestellt. Aber am Wochenende erlebten sie gemeinsam, wie Mobiltelefone die Uhren durcheinanderbrachten.
Nicht alle Smartphones waren auf den neuen Beginn der Winterzeit eingestellt. (Symbolbild)

Foto: Israelnetz

Nicht alle Smartphones waren auf den neuen Beginn der Winterzeit eingestellt. (Symbolbild)

Bis vor kurzem endete die Sommerzeit in Israel am Sonntag vor dem Großen Versöhnungstag, Jom Kippur. Das wäre in diesem Jahr am 28. September gewesen. Doch die Knesset hat mittlerweile entschieden, die Phase bis zum letzten Sonntag im Oktober auszuweiten (Israelnetz berichtete). Ältere Smartphones, Tablets und einige Computer kamen mit dieser Änderung offenbar nicht zurecht: Sie stellten am Sonntagmorgen automatisch die Uhr um eine Stunde zurück – und verwirrten dadurch ihre Nutzer, wie die Online-Zeitung „Times of Israel“ berichtet.
Die Sommerzeit in Israel endet in diesem Jahr erst am 26. Oktober. Telekommunikationsfirmen gaben an, sie hätten ihre Kunden per SMS über die Panne informiert, in manchen Fällen sogar mehrere Tage vorher. Doch viele Nutzer etwa des Anbieters Orange sagten, sie hätten keine derartige Nachricht erhalten. Bereits im vergangenen Jahr, als die neue Regelung zum ersten Mal angewandt wurde, hatte es Probleme mit der automatischen Zeitumstellung bei Mobiltelefonen gegeben (Israelnetz berichtete).

Herausforderung für palästinensische Arbeiter in Israel

Ähnlich wie den Israelis erging es vielen Palästinensern – ebenfalls bereits das zweite Jahr in Folge. Die Zeitanzeige ihrer Mobiltelefone stellte sich in der Nacht zum Sonntag automatisch um eine Stunde zurück. Doch auch die palästinensische Regierung hatte den Termin für den Beginn der Winterzeit nach hinten verschoben. Er ist für den 24. Oktober angesetzt. Ein Lehrer in Hebron sagte der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma‘an“, die Schulglocke habe am Sonntag etwas später geläutet als gewöhnlich. Viele Lehrer und Schüler seien zu spät zum Unterricht gekommen.
„Die Sommerzeit ist ein gemeinsamer Fall der Verwirrung in der Region“, schreibt „Ma‘an“. „Denn in den vergangenen Jahren haben unter Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde, unter Kontrolle der Hamas und unter israelischer Kontrolle alle die Zeitumstellungen zu unterschiedlichen Zeiten umgesetzt.“
Als Beispiel nannte die Nachrichtenagentur die israelischen Siedlungen im Westjordanland. Sie könnten mitunter eine Stunde vor oder hinter den benachbarten palästinensischen Ortschaft liegen. Palästinenser, die in Israel arbeiten, müssten komplizierte Berechnungen anstellen, um mit den vielfältigen Änderungen mitzuhalten.

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