Mitglied von Barenboim-Ensemble vor Gazastreifen aufgehalten

JERUSALEM / GAZA (inn) - Der Dirigent Daniel Barenboim hat Israel am Montag kritisiert, weil ein palästinensischer Musiker nicht in den Gazastreifen einreisen durfte. Der Palästinenser wollte mit einem internationalen Ensemble Barenboims bei einem Barockmusikfestival in einer katholischen Kirche mitwirken.

Nach Barenboims Angaben hatten die israelischen Behörden der Gruppe die Genehmigung erteilt, für das Konzert in den Gazastreifen zu fahren. Die etwa 20 Musiker stammen aus England, den Vereinigten Staaten, Frankreich und Deutschland. Auch das palästinensische Mitglied sei von Israel autorisiert worden, in den Gazastreifen einzureisen. Der Auftritt sollte am Sonntag stattfinden.

An der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen wurde der 27-jährige Palästinenser aufgehalten, weil er nicht die notwendige Einreiseerlaubnis habe. Die Gruppe wurde sieben Stunden lang festgehalten. Daraufhin sagten die anderen Musiker das Konzert aus Solidarität mit ihrem palästinensischen Kollegen ab, schreibt die Tageszeitung „Ha´aretz“.

Der Israeli Barenboim, der aus Argentinien stammt, sagte: „Ein Barockkonzert in einer römisch-katholischen Kirche in Gaza hat – wie wir alle wissen – nichts mit Sicherheit zu tun. Es würde Leuten, die dort in großen Schwierigkeiten leben, so viel Freude bringen.“ Der jüdische Dirigent forderte die Israelis auf, humanitäre und kulturelle Vorhaben in der palästinensischen Autonomie zu fördern.

Barenboim ist seit Jahren als Kritiker des israelischen Verhaltens im Konflikt mit den Palästinensern bekannt. Im Jahr 1999 gründete er ein Orchester, dem junge Musiker aus verschiedenen Nahoststaaten angehören. Zudem hat er in Israel durch die Aufführung von Werken Richard Wagners provoziert – der Musiker des 19. Jahrhunderts zeigte antisemitische Tendenzen und war der Lieblingskomponist Adolf Hitlers.

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