Mit Gedanken E-Mails schreiben

BE´ER SCHEVA (inn) - Die Software "MinDesktop" bewirkt, dass Gedankenströme in Computerbefehle umgesetzt werden können. Entwickelt hat sie ein Studententrio der "Ben-Gurion-Universität". Ziel des Projektes ist es, körperlich behinderten Menschen einen einfachen Umgang mit dem PC zu ermöglichen.

Über Kopfhörer steuern die Gedanken des Nutzers den Zeiger auf einer neuen grafischen Benutzeroberfläche, genannt "MinDesktop", schreibt der israelische Nachrichtendienst "Israel21c". Entwickelt wurde sie von den Studenten Uri Usami, Ariel Rosen und Ofir Tam. Das Versenden von E-Mails, das Surfen im Internet sowie das Aufrufen eines Programms sollen somit für Behinderte deutlich erleichtert werden. Doch nicht nur für sie könnte das Projekt von großem Nutzen sein. Vielbeschäftigten würde ein paralleles Arbeiten ermöglicht.

Mehrere Dinge könnten gleichzeitig erledigt werden. Warum sich die Entwickler dabei ausgerechnet für Gehirnströme zur Steuerung und nicht für die Stimme entschieden haben, begründet Rami Puzis, einer der wissenschaftlichen Betreuer des Projekts, mit der in unserer Umwelt herrschenden Geräuschkulisse.

Dass der "MinDesktop" überhaupt erst realisiert werden konnte, verdanken die Forscher Lior Rokach. Er entdeckte die Hardware "Emotiv", ein Headset, das Gehirnströme aufnehmen, analysieren und anschließend in Handlungen übersetzen kann. Durch seine neuen Erkenntnisse motiviert, startete Rokach ein Technikprojekt für Studenten. Diese entwickelten zunächst einen Helm, mit dem sie das menschliche Gehirn erfassten. Für ihre wissenschaftliche Arbeit war wichtig zu wissen, was dort bei bestimmten Handlungen ausgelöst wird.

"MinDesktop" ist momentan noch nicht praktikabel, aufgrund des sperrigen Equipments und der Tatsache, dass eine Einstellung durch das zuständige Labor erforderlich ist. Problematisch ist weiterhin, dass ein freier Gedankenaustausch zwischen dem Benutzer und dem Computer nicht auf Anhieb möglich ist. Das System lernt erst nach und nach, gewisse Gedanken mit entsprechenden Bildschirmhandlungen zu assoziieren. Dennoch sind die jungen Forscher zuversichtlich, dass ihre Software eines Tages zum Einsatz kommen wird. Dabei stützen sie sich auf eine gelungene Testreihe an 17 Personen.

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