Millionenklage gegen Remedia

Wegen des Verdachts auf grobe Fahrlässigkeit oder Sabotage mit Todesfolge ermittelt die israelische Staatsanwaltschaft gegen Remedia. Wie die Zeitung "Ha´aretz" berichtet, untersuchte ein Einsatzkommando der israelischen Polizei die Räume der Firma in Rischon LeZion bei Tel Aviv. Dokumente und Computer wurden sichergestellt und Mitarbeiter befragt. Zudem ermittelt seit Montag eine Expertengruppe auf dem Gelände der Firma Humana in Everswinkel bei Münster, welche die Babynahrung im Auftrag von Remedia herstellt.
Bisher sind zwei Anklageschriften gegen Remedia erhoben worden. Die geforderten Entschädigungssummen betragen umgerechnet insgesamt etwa 213 Millionen Euro.
Humana, nach eigenen Angaben der zweitgrößte Milchhersteller Deutschlands, meldete inzwischen, eigene Experten hätten nach einer Untersuchung der Babymilch andere Ergebnisse bekommen als die israelischen. Die Babymilch enthalte demnach entgegen den Vorwürfen sehr wohl Vitamin B-1. Das genaue Ergebnis werde demnächst veröffentlicht. Remedia wirft Humana vor, das Vitamin aus der Produktmischung für den israelischen Markt genommen zu haben, ohne dies Remedia mitzuteilen.
In Israel sind bisher drei Babys an einer schweren Gehirnerkrankung gestorben, 17 weitere sind daran erkrankt. Die Krankheit wurde möglicherweise verursacht, weil die Remedia-Babymilch – anders als auf der Verpackung angegeben – das lebenswichtige Vitamin nicht enthält. Das Produkt werde ausschließlich nach Israel exportiert, hieß es bei der Herstellerfirma "Humana". In anderen Ländern bestehe daher keine Gefahr.
Um den jüdischen Speisegesetzen gerecht zu werden, hatte Remedia vor sechs Monaten die Zusammensetzung der Milch geringfügig geändert, ohne dies dem israelischen Gesundheitsministerium zu melden. Dessen Mitarbeiter gehen davon aus, daß in den vergangenen sechs Monaten 5.000 Kinder das Remedia-Produkt zu sich genommen haben, bevor der Verkauf gestoppt werden konnte.

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