Militär-Untersuchung: UN-Schule war während Beschuss leer

JERUSALEM / BEIT HANUN (inn) – Die israelische Armee hat die Verantwortung für den tödlichen Beschuss der UN-Schule in Beit Hanun von sich gewiesen. Laut einer Untersuchung des Militärs habe ein einziges israelisches Geschoss den Komplex getroffen, als dieser bereits geräumt war.
Militär: Nur eine israelische Mörsergranate fiel auf die UN-Schule in Beit Hanun (Bild), als diese bereits leer war.

Eine Untersuchung durch die israelischen Streitkräfte habe ergeben, dass es einen einzigen Einschlag in der UN-Schule durch eine israelische Mörsergranate gegeben hat. Das meldet die israelische Tageszeitung „Ha‘aretz“. Der Schulhof sei zu der Zeit aber bereits geräumt und menschenleer gewesen. Damit seien die Anschuldigungen, Israel trage die Verantwortung für den Tod von 15 dort ums Leben gekommenen Palästinensern, widerlegt, geht aus einer am Sonntag veröffentlichten Stellungnahme des israelischen Armeekommandos hervor.
Laut palästinensischen Berichten sei der als Flüchtlingslager des Hilfswerks UNRWA dienende Komplex in der Ortschaft Beit Hanun voller Menschen gewesen, als er durch Artilleriebeschuss getroffen wurde. Kurz nach dem Vorfall machten die israelischen Streitkräfte öffentlich, dass nicht klar sei, ob der Beschuss von der Hamas oder von Israel hervorgerufen wurde (Israelnetz berichtete). Der Komplex war zu dem Zeitpunkt zwischen israelischen Truppen und Milizen der radikal-islamischen Hamas heftig umkämpft.

Hamas agierte in unmittelbarer Nähe der UNRWA-Schule

Aus der israelischen Erklärung geht hervor, dass die Hamas-Kämpfer in unmittelbarer Nachbarschaft der UNRWA-Schule agierten. Die Militanten hätten das Feuer aus dem Bereich nahe der Schule begonnen und mit Panzerabwehrraketen und Mörsern auf die israelischen Soldaten geschossen. Das israelische Militär habe das Feuer mit Mörsern erwidert. Laut der Armee, die Bodentruppen und Videomaterial des Vorfalls in die Untersuchung einbezog, „fiel eine der Mörsergranaten auf den Hof der Schule, als dieser menschenleer war“.
Aufgrund der Untersuchungsergebnisse weigere sich die Armee, Verantwortung für die Opfer zu übernehmen. „Die israelischen Verteidigungsstreitkräfte bedauern jeglichen Schaden für Bürger, die nicht an den Kämpfen beteiligt sind, aber betonen immer wieder, dass dies ein trauriges Resultat der Entscheidung der Hamas ist, die Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilder zu benutzen.“
Am Samstag sagte Kommandeur Oberstleutnant Idan Moreg gegenüber „Ha‘aretz“, einer seiner Soldaten sei durch den Beschuss der Hamas vom Gelände einer UNRWA-Schule getötet wurden: „Sie feuern von überall: vom Schulhof und der Moschee. Alles, was die ‚empfindliche Seite‘ für uns darstellt, ist für sie ein legitimer Ort.“

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