Merkel: Halten an Iran-Deal fest

Im israelischen Fernsehen bedauert Bundeskanzlerin Merkel antisemitische Vorfälle in Deutschland. Sie kündigt baldige Regierungskonsultationen an und kritisiert die Siedlungspolitik.
Bundeskanzlerin Merkel hat sich im israelischen Fernsehen kritisch zur Siedlungspolitik geäußert

Foto: Kanal 10, Twitter; Screenshot Israelnetz

Bundeskanzlerin Merkel hat sich im israelischen Fernsehen kritisch zur Siedlungspolitik geäußert

BERLIN (inn) – Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im israelischen Fernsehen betont, an dem Nuklearabkommen mit dem Iran festhalten zu wollen. Sie verstehe zwar die israelischen Sicherheitsbedenken, doch ein „unvollkommener Deal ist besser als gar kein Deal“, sagte sie in dem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Senders „Kanal 10“. Deutschland werde die Lage „sehr genau beobachten“, um sicherzustellen, dass der Deal eingehalten werde.

Am 12. Mai entscheidet US-Präsident Donald Trump darüber, ob er den Iran-Deal beibehalten will. Derzeit ist sein französischer Amtskollege Emmanuel Macron in Washington zu Besuch, um über das Thema zu reden. Am Freitag wird Merkel in der amerikanischen Hauptstadt erwartet.

Kritik an Siedlungspolitik

Merkel kritisierte in dem Interview auch die israelische Siedlungspolitik: „Durch die Siedlungspolitik wird die Zwei-Staaten-Lösung nicht wahrscheinlicher. Deshalb haben wir hier auch eine Meinungsverschiedenheit.“ Zugleich betonte Merkel, Deutschland und Israel arbeiteten auf vielen Ebenen zusammen, unter anderem sollen in der zweiten Jahreshälfte die Regierungskonsultationen fortgesetzt werden.

Die CDU-Chefin äußerte sich auch zu den neuesten antisemitischen Vorfällen in Deutschland: „Wir sind bedrückt darüber, dass wir den Antisemitismus noch nicht abschließend in seine Schranken weisen konnten.“ Deutschland tue „alles“, um Antisemitismus zu bekämpfen. Das Land sei aber auch mit „neuen Phänomenen“ konfrontiert, „indem wir jetzt auch Flüchtlinge haben, oder Menschen arabischen Ursprungs, die eine andere Form von Antisemitismus ins Land bringen“.

Von: df

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