Grundlage für die Gespräche mit dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, müsse die am 23. September in New York vereinbarte Quartett-Erklärung sein, sagte Merkel. Voraussetzung für einen Erfolg dieser Verhandlungen sei es, dass beide Seiten von provokativen Handlungen Abstand nehmen. In dieser Hinsicht habe der Bundeskanzlerin jegliches Verständnis gefehlt für die Genehmigung neuer Bauplanungen in Gilo, in der Umgebung von Jerusalem – nur wenige Tage nach der Verabschiedung der Quartett-Erklärung. Diese Genehmigung hätte Zweifel geweckt, ob die israelische Regierung Interesse an der Aufnahme ernsthafter Verhandlungen hätte. Es gelte nun, diese Zweifel zu zerstreuen.
Netanjahus Büro: "Keine diplomatische Krise mit der Bundesrepublik"
Am Sonntag wies das Büro des israelischen Premierministers Berichte zurück, nach denen es aufgrund der Baupläne eine diplomatische Krise zwischen Israel und Deutschland gebe. Sprecher Ofir Gendelman teilte laut der "Jerusalem Post" über Twitter mit: "Israels Beziehung mit Deutschland und Kanzlerin Merkel sind gut und eng. Wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt, dann werden sie in freundlicher Weise diskutiert."
Netanjahu hat die weltweite Kritik an den Bauplänen für Gilo, das aus arabischer Sicht als Siedlung gilt, zurückgewiesen: "Es ist ein Stadtviertel im Herzen Jerusalems, etwa fünf Minuten vom Stadtzentrum entfernt." In allen Friedensplänen der vergangenen 18 Jahre sei Gilo Teil Jerusalems geblieben. Deshalb widerspreche die Entscheidung in keiner Weise dem aktuellen Wunsch der israelischen Regierung nach Frieden auf der Grundlage von zwei Staaten für zwei Völker.