Mehrheit der Türken will Israel-Beziehungen einfrieren

ANKARA (inn) - Fast zwei Drittel der Türken befürworten eine Aussetzung der Beziehungen mit Israel. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage des Zentrums für Strategische und Soziale Forschung "MetroPOLL" mit Sitz in der Hauptstadt Ankara hervor.

Laut einem Bericht der türkischen Zeitung “Today’s Zaman” sprachen sich 63 Prozent der Teilnehmer dafür aus, die Beziehungen mit dem jüdischen Staat “einzufrieren”. Hingegen sagten 27,9 Prozent, die Türkei solle das Verhältnis zu Israel verbessern. Die Beziehungen hatten sich infolge der gewaltsamen Erstürmung der “Mavi Marmara” durch die israelische Marine Ende Mai 2010 deutlich verschlechtert. Dabei waren neun Aktivisten ums Leben gekommen. Die Türkei fordert von Israel eine offizielle Entschuldigung.

Als größte Bedrohung für ihr Land sehen 42,6 Prozent der befragten Türken die USA an. Darauf folgt Israel mit 23,7 Prozent. Den Iran nannten 3 Prozent, Griechenland 2,3 Prozent, den Irak 2,1 Prozent und Russland 1,7 Prozent.

Wenn der Iran Atomwaffen entwickelte, wären 68,6 Prozent der Umfrageteilnehmer nach eigenen Angaben besorgt. Fast 23 Prozent meinten hingegen, sie würden sich freuen.

In der Erhebung ging es auch um einen möglichen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union. Etwa 53 Prozent der Befragten gaben an, sie würden bei einer Volksabstimmung einem solchen Schritt zustimmen. Rund 38 Prozent lehnen einen EU-Beitritt ab.

“MetroPOLL” hatte zwischen dem 25. und dem 29. Dezember 1.504 erwachsene Türken telefonisch befragt.

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