Mehrheit der Palästinenser hält Kassams für schädlich

NABLUS (inn) – Mehr als 40 Prozent der Palästinenser lehnen die Raketenangriffe auf israelische Ziele ab. Das geht aus einer Umfrage der An-Nadschah-Universität in Nablus hervor, deren Ergebnisse am Sonntag veröffentlicht wurden.

Demnach sind 42,4 Prozent der Teilnehmer gegen die Angriffe auf Israel. Zudem sagten 61,4 Prozent, dass der Raketenbeschuss der palästinensischen Sache schade. Von den Befragten würden 65,7 Prozent den bewaffneten Kampf gegen Israel auf das palästinensische Gebiet einschränken. 29,5 Prozent sind hingegen der Ansicht, er solle auch innerhalb der israelischen Grenzen ausgetragen werden.

Dass der bewaffnete Kampf der palästinensischen Sache immer noch dienlich sei, denken 35 Prozent der befragten Palästinenser. Hingegen sprachen sich 27,4 Prozent für neue Verhandlungen mit Israel aus. Zudem halten 14,6 Prozent den nicht-bewaffneten Kampf für den besten Weg.

Bezüglich ihrer Zukunft sind 56 Prozent der Teilnehmer pessimistisch und 41,8 Prozent optimistisch. Dass sich ihre wirtschaftliche Lage in letzter Zeit verschlechtert hat, sagten 70 Prozent. Nur 4,4 Prozent haben hier eine Verbesserung wahrgenommen.

Eine Mehrheit von 54,3 Prozent der Palästinenser meint, dass eine Einheitsregierung das beste politische System sei. Hingegen wünschen sich 23 Prozent eine technokratische Regierung, deren Entscheidungen sich an wissenschaftlich-technischen Argumenten und Sachzwängen ausrichtet. Für eine reine Fatah-Regierung sprachen sich 10 Prozent aus, für eine Hamas-Regierung, wie sie derzeit besteht, 7 Prozent.

Dass eine Einheitsregierung aus Hamas und Fatah zum Ende des internationalen Boykotts führen wird, erwarten 65,5 Prozent der Befragten. Die gegenteilige Ansicht vertreten 23,5 Prozent. Außerdem sind 30,7 Prozent der Ansicht, internationale Einmischung verhindere, dass eine Einheitsregierung gebildet werde. Als weitere Gründe für die Verzögerung wurden genannt: Uneinigkeit über politische Konzepte, die Verteilung der Geschäftsbereiche und der mangelnde Wille der beiden Parteien.

Trotz der Wirtschaftslage haben 68 Prozent der Teilnehmer nicht die Absicht, die Autonomiegebiete zu verlassen.

Insgesamt waren 1.360 Palästinenser befragt worden.

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