Von den Teilnehmern aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen sprachen sich 69,9 Prozent dafür aus, die Raketenangriffe im Austausch gegen ein Ende der Blockade zu stoppen. Zudem lehnten 54,8 Prozent es grundsätzlich ab, Kassam-Raketen auf Israel abzufeuern. Die gegenteilige Meinung vertraten 43,7 Prozent. Dass der Beschuss der palästinensischen Sache schade, dachten 43,4 Prozent, während 33,9 Prozent meinten, die Palästinenser profitierten davon.
Den Besuch von US-Präsident George W. Bush im Westjordanland bewerteten 24,1 Prozent der Befragten positiv. Abgelehnt wurde er von 71,3 Prozent. Dass Bush es ehrlich meint, wenn er die Gründung eines palästinensischen Staates innerhalb eines Jahres verspricht, glaubten 11,4 Prozent, während 80,3 Prozent gegenteiliger Ansicht waren. Zudem meinten 65,1 Prozent, der Besuch habe den innerpalästinensischen Konflikt verschärft.
Fatah beliebter als Hamas
Für vorgezogene Präsidentschaftswahlen sprachen sich 65,1 Prozent der Teilnehmer aus. 50,4 Prozent zeigten sich zufrieden mit der Amtsführung des derzeitigen Vorsitzenden der Autonomiebehörde, Mahmud Abbas (Fatah), seit seiner Wahl vor drei Jahren. An den nächsten Wahlen wollen sich 80,9 Prozent beteiligen. Von ihnen wollen 39,5 Prozent für den Kandidaten der Fatah stimmen und 16,9 Prozent für den der gegnerischen Hamas.
Bereitschaft zur Teilnahme an den kommenden Parlamentswahlen bekundeten 81,1 Prozent der befragten Palästinenser. Von ihnen bevorzugten 41,7 Prozent die Fatah und 17,7 Prozent die Hamas.
Ungeachtet der Frage nach der Rechtmäßigkeit bekundeten 46,5 Prozent der Teilnehmer Unterstützung für die Regierung im Westjordanland unter Salam Fajjad. Die abgesetzte Regierung im Gazastreifen unter Ismail Hanije befürworteten unter diesem Gesichtspunkt 29,3 Prozent.
Mehrheit: „Hamas will isolierten Gazastreifen“
Dass die Hamas im Gazastreifen ein vom Westjordanland isoliertes Gebilde schaffen wolle, dachten 58,4 Prozent der Befragten. Das Gegenteil meinten 34,5 Prozent. Nur 28,3 Prozent trauen es der Gruppierung zu, den Bürgern im Gazastreifen ein gutes Leben zu ermöglichen.
Zudem äußerten 71,5 Prozent der Teilnehmer Unterstützung für die Auffassung, nach der sich Waffen nur in den Händen der palästinensischen Sicherheitsapparate befinden dürften.
Bei der Frage zur politischen Zugehörigkeit erhielten die größeren Gruppierungen folgende Unterstützung (in Prozent): Fatah 37,9; Hamas 15,7; Islamischer Dschihad 2,8; PFLP 3,5; DFLP 2,1. Des Weiteren bezeichneten sich 6,5 Prozent der Befragten als „unabhängige Nationalisten“ und 3,1 Prozent als „unabhängige Islamisten“.
An der Erhebung nahmen 1.360 Palästinenser teil. Die Fehlerquote wurde mit 3 Prozent angegeben.