Mehr Touristen aus der arabischen Welt

JERUSALEM (inn) – Seit 2009 haben mehr als 250.000 Touristen aus islamischen und arabischen Staaten Israel besucht. Die meisten von ihnen kamen aus Ländern, die keine diplomatischen Beziehungen zu Israel unterhalten.
Willkommen in Israel: Immer mehr Menschen aus muslimischen Staaten bereisen das Land. (Bild: israelisch-jordanischer Grenzübergang)

Foto: Josh Yellin

Willkommen in Israel: Immer mehr Menschen aus muslimischen Staaten bereisen das Land. (Bild: israelisch-jordanischer Grenzübergang)
Bis jetzt habe Israel die Zahlen geheim gehalten, um den positiven Trend nicht zu gefährden, schrieb die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ am Sonntag. Durch den Anstieg werde zudem sichtbar, dass sich Israel und die moderate muslimische Welt trotz der aktuellen Spannungen annähern. Der größte Teil dieser Touristen ist in den vergangenen sechs Jahren aus Indonesien gekommen. Mit mehr als 124.700 Besuchern liegen diese noch vor Jordanien mit rund 81.600. Etwa 23.500 Personen sind aus Malaysia eingereist, 13.300 aus Ägypten, 200 aus Kuwait und 170 aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Touristen aus Katar und Oman zählen insgesamt um die 150 und die aus Saudi-Arabien 38. Die Reisenden kamen vor allem aus religiösen Gründen, aber auch mit geschäftlichen Absichten und zum Einkaufen nach Israel. Die Visa-Anträge wurden jeweils vom israelischen Inlandsgeheimdienst Schabak untersucht und mussten vom Außenministerium und von der Einwanderungsbehörde genehmigt werden. Dazu ist die Anzahl der Touristen aus islamischen und arabischen Staaten in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Waren es 2009 insgesamt 9.400 Reisenden aus Indonesien, so sind 2013 mehr als 29.500 nach Israel gekommen. Die Zahl der malaysischen Touristen stieg im gleichen Zeitraum von 580 auf 7.900. Im Jahr 2014 sind 2.200 Marokkaner ins Heilige Land gereist, 2009 waren es 660. Die Zahl der Besucher aus Jordanien hat sich in den vergangenen sechs Jahren verdoppelt und die aus Ägypten vervierfacht. Die Touristen reisen über Jordanien oder den Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv ein. Auf Anfrage wird die Ein- und Ausreise nach Israel in den Pässen nicht vermerkt, um Schwierigkeiten bei der Rückkehr in die arabischen Staaten zu verhindern. Im September verkündete das kuwaitische Außenministerium, seinen Bürgern Reisen nach Israel und in die palästinensischen Gebiete in Form einer organisierten Tour zu genehmigen. Das Reiseangebot erfolgt zwar in Abstimmung mit Israel. Doch Kuwait betont, dass die Teilnehmer auf keinen Fall Israel anerkennen, sondern vielmehr ihre Unterstützung für die Palästinensische Autonomiebehörde ausdrücken. Das Programm der Reise beinhaltet einen Besuch des Tempelbergs und die Möglichkeit, in Jerusalem und in den palästinensischen Gebieten einkaufen zu gehen.

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