Mehr Holocaustüberlebende nehmen staatliche Hilfe in Anspruch

Mehr als 170.000 Opfer der Scho'ah leben noch in Israel. Viele erhalten staatliche Unterstützung. Zum bevorstehenden Internationalen Holocaustgedenktag veröffentlicht das Wohlfahrtsministerium aktuelle Zahlen.
Viele Überlebende der Judenvernichtung benötigen besondere Zuwendung
Viele Überlebende der Judenvernichtung benötigen besondere Zuwendung

JERUSALEM (inn) – Derzeit gibt es in Israel noch 172.235 Überlebende der Scho’ah. Seit März 2016 sind 22.428 Juden gestorben, die während der Nazizeit der Verfolgung ausgesetzt waren. Diese Zahlen haben das Wohlfahrtsministerium und die Nationale Versicherung am Montag bekannt gegeben. Anlass ist der Internationale Holocaustgedenktag, der am kommenden Samstag begangen wird.

Von den Überlebenden erhalten 65.037 eine zusätzliche Rente von der Versicherung. Seit Februar 2016 haben alle Betroffenen ab 90 Jahren automatisch Anspruch auf die höchstmögliche Betreuung, nämlich 18 Stunden pro Woche. Mehr als 2.200 Überlebende erhalten weitere neun Stunden pro Monat an zusätzlicher Unterstützung – im Wert von umgerechnet rund 360 Euro. Eine Ermäßigung von der Stromgesellschaft kommt 6.600 Überlebenden zu, wie die Verteilzeitung „Israel Hajom“ berichtet.

Im Jahr 2017 hatte das Ministerium rund 9,5 Millionen Euro für Dienstleistungen für Scho’ah-Opfer bestimmt. Von diesem Budget wurden 98 Prozent verbraucht. Zudem kamen Überlebenden im vergangenen Jahr rund 2,6 Millionen Euro für persönliche Bedürfnisse wie Zahnbehandlungen, Sehhilfen oder Hörgeräte zu.

Aus dem Bericht geht weiter hervor, dass 4.193 Opfer bis zum Februar 2016 noch nie staatliche Hilfe der Nationalen Versicherung in Anspruch genommen hatten. Seitdem haben etwa 950 Überlebende erstmals einen entsprechenden Antrag gestellt.

Ehrenamtliche sollen Überlebende besuchen

Laut der Nachrichtenseite „Hidabrut“ planen Ministerium und Versicherung weitere Hilfen. Davon sollen unter anderen etwa 750 Überlebende profitieren, die ihre Wohnung allein nicht mehr verlassen können. Sie sollen einmal pro Woche Besuch von einem Ehrenamtlichen erhalten, der sie entweder mit nach draußen nimmt oder sich zu Hause mit ihnen beschäftigt. Denkbar sind dabei Gespräch und körperliche Aktivitäten, aber auch Tätigkeiten wie Handarbeit, Werken oder Malen.

Am 27. Januar 1945 wurde Auschwitz-Birkenau von Soldaten der Roten Armee befreit. Im Jahr 2005 legte die UNO dieses Datum als Internationalen Holocaustgedenktag fest. Israel hat einen eigenen Jom HaScho’ah, der in diesem Jahr auf den 12. April fällt. Aber der jüdische Staat beteiligt sich zusätzlich auch am internationalen Gedenken.

Von: eh

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