Mehr Frauen im Bildungssektor und der Armee

JERUSALEM (inn) – Israelische Frauen haben mindestens einen so hohen Bildungsstand wie Männer, verdienen aber weniger als sie. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Zentralen Statistikbüros anlässlich des Internationalen Frauentages am heutigen Freitag. In der israelischen Armee etablieren sich außerdem immer mehr weibliche Soldaten.
Immer mehr israelische Frauen schlagen eine Militärlaufbahn ein.

Insgesamt gebe es etwa 300.000 israelische Studenten. Über die Hälfte von ihnen sei weiblich, berichtet die israelische Tageszeitung „Jerusalem Post“ unter Berufung auf die Studie. In den 70er Jahren habe es nur etwa 40 Prozent Studentinnen in Israel gegeben. Ähnlich sieht es bei höheren Uni-Abschlüssen aus. Mehr als 50 Prozent der Masterstudenten im vergangenen Jahr seien weiblich gewesen. Auch auf einen Doktortitel hätten sich mehr Frauen als Männer beworben.
Trotz der guten Ausbildung fällt ihr Einkommen anschließend geringer aus als das der Männer. Frauen verdienen etwa 80 Prozent des Gehalts, das ihre Kollegen im gleichen Beruf erhalten, berichtet die „Jerusalem Post“. Die Studie zeigte außerdem einen Anstieg des Heiratsalters bei israelischen Frauen. Durchschnittlich heirateten sie im Jahr 2010 mit 24,8 Jahren, 1995 betrug das Alter noch 23,4. Im Einzelnen entschieden sich jüdische Frauen mit 25,7 Jahren zur Hochzeit, Christinnen mit 25,5 und Muslimas mit 21,6 Jahren. Drusen heirateten mit 23 Jahren. Ihr erstes Kind bekamen die meisten Israelinnen im vergangenen Jahr mit etwa 27 Jahren, berichtet die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“. Im Jahr 2003 waren sie ein Jahr jünger.
Nach Angaben des Statistikbüros lebten zu Beginn des Jahres 2012 insgesamt 2.888.300 Frauen in Israel, die älter als 15 Jahre waren. 15,8 Prozent von ihnen waren älter als 65 und 7,8 Prozent älter als 75 Jahre. Die Zahl der israelischen Männer über 15 Jahre betrug vergangenes Jahr 2.741.400. Nur 12,7 Prozent von ihnen waren über 65 Jahre und 5,6 Prozent über 75 Jahre. Die Studie zeigte außerdem, dass 32 Prozent der Frauen über 65 Jahre allein lebten. Bei den Männern waren es nur 11 Prozent.
Frauen im Militär
Auf einer Veranstaltung der israelischen Armee zu Ehren des Weltfrauentages betonte der Generalstabschef Benny Gantz die bedeutende Rolle der israelischen Soldatinnen. Angesichts der Herausforderungen in verschiedenen Bereichen sei es wichtig, alle verfügbaren Ressourcen zu nutzen, heißt es in einer offiziellen Mitteilung zur Veranstaltung am vergangenen Montag. Gantz ermutigte junge Frauen, sich für den Wehrdienst zu verpflichten. Es gebe viele Möglichkeiten zur praktischen Erfahrung und mit ihrem Dienst könnten sie die Armee mit gestalten. „Unsere ganze Organisation würde davon profitieren“, sagte Gantz.
Das israelische Militär veranstaltet jedes Jahr ein Event zum Weltfrauentag, bei dem Führungspersonen der Armee über die Gleichberechtigung der Geschlechter diskutieren. Derzeit sind etwa 34 Prozent aller israelischen Soldaten Frauen. In den Kampfeinheiten sind sie seltener vertreten, machen dafür aber 57 Prozent im Taktverkehr aus. Vergangenes Jahr seien außerdem 58,8 Prozent der für den Wehrdienst qualifizierten Frauen eingezogen worden. Bei den Männern waren es 74,6 Prozent.
Gute Berufschancen
Mittlerweile gebe es vermehrt weibliche Offiziere und Frauen, die bei der Armee Karriere machten, sagte Brigadegeneral Rachel Tevet-Wiesel, Beraterin für Frauenfragen des Militärs. Insgesamt seien 90 Prozent der Jobs bei der Armee offen für Frauen, in den dortigen Hightech-Berufen seien sie aber immer noch relativ selten vertreten. Nur sechs Prozent aller Positionen beim israelischen Militär seien im vergangenen Jahr ausschließlich von Männern besetzt gewesen. Die klassische Aufgabe der Schreibkraft hätten 2012 nur noch 13,4 Prozent der Frauen dort ausgeübt. 2001 machten sie noch einen Anteil von 21,4 Prozent aus.

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