„Mavi Marmara“: Keine Einigung zwischen Israel und Türkei

NEW YORK (inn) - Israel und die Türkei konnten ihre Differenzen in der sogenannten "Mavi Marmara-Affäre" nicht beilegen. Ein Treffen zwischen Vertretern beider Seiten am gestrigen Mittwoch in New York wurde erfolglos beendet.

Nach dem Scheitern sagte Israels Außenminister Avigdor Lieberman am Mittwoch vor dem Knessetausschuss für Auswärtiges und Verteidigung, Israel habe keinen Grund, sich zu entschuldigen. "Die Türkei will den Eindruck hinterlassen, dass sie die Bedingungen diktieren kann und wir diese dann akzeptieren, so als wäre sie eine Supermacht. Es ist für sie eine Frage der Ehre." Anschließend sagte Lieberman vor Journalisten, Israel sei dazu bereit, Kompromisse einzugehen, aber nicht, Befehle zu akzeptieren.

Israel und die Türkei wollten ihre Differenzen noch vor Veröffentlichung eines UN-Berichtes zur Erstürmung des Schiffes "Mavi Marmara" beilegen. Der Report sollte am heutigen Donnerstag erscheinen. Deutschlands UN-Botschafter Peter Wittig, derzeit Vorsitzender des UN-Sicherheitsrates, kündigte nach den ergebnislosen Gesprächen am Mittwoch an, er wisse nicht, wann der Bericht nun fertiggestellt werde. Er glaube jedoch, dass man sich derzeit nicht an einem Punkt befinde, an dem das Dokument veröffentlicht werden sollte.

Bei der Erstürmung des türkischen Schiffes "Mavi Marmara" durch die israelische Armee Ende Mai 2010 waren neun Aktivisten ums Leben gekommen. Die Türkei fordert von Israel eine Entschuldigung und Entschädigungszahlungen an die Hinterbliebenen der Getöteten. Israels Regierung hatte sich bereit erklärt, die Zahlungen zu leisten, eine Entschuldigung hatte sie jedoch abgelehnt. Stattdessen hatte sie angeboten, ihr Bedauern über den Verlust von Leben auszudrücken. Die zu dem Zeitpunkt bereits angeschlagenen Beziehungen zwischen Israel und der Türkei hatten sich nach dem Vorfall weiter verschlechtert.

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