Luftwaffe sprengt Angriffstunnel der Hamas

Zum dritten Mal seit Ende Oktober zerstört die israelische Armee einen Terrortunnel, der vom Gazastreifen aus gegraben wurde. Ein General sagt daraufhin, für das Problem gebe es mittlerweile eine Lösung.
Die Armee ist davon überzeugt, dass der Tunnel zu Angriffszwecken dienen sollte

Foto: IDF; Screenshot Israelnetz

Die Armee ist davon überzeugt, dass der Tunnel zu Angriffszwecken dienen sollte

RAFAH (inn) – Die Luftwaffe hat Samstagnacht einen Tunnel gesprengt, der vom Gazastreifen aus 180 Meter weit in israelisches Gebiet hereinragte. Der Gang sollte nach Angaben der israelischen Armee zu Terrorzwecken dienen. Die Hamas behauptet hingegen, er sei ausschließlich für den Schmuggel von Waren bestimmt gewesen.

Der Tunnel verlief von der Stadt Rafah an der ägyptischen Grenze unterhalb des Warenüberganges Kerem Schalom zwischen dem Gazastreifen und Israel. Über dem Gang befinden sich auch Gas- und Treibstoffpipelines sowie ein israelischer Militärposten, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet. Die Armee teilte am Sonntag mit, es handele sich um einen Tunnel der radikal-islamischen Hamas, die im Gazastreifen herrscht.

„Israel greift keine Sanddünen an“

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman bezeichnete den Tunnel als „eklatante Verletzung israelischer Souveränität“. Er fügte an: „Die Zerstörung des Netzwerkes von Angriffstunneln ist ein wesentlicher Teil unserer Politik, die strategischen Fähigkeiten der Hamas systematisch zu schädigen.“

Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte am Sonntag vor seinem Abflug zu einem Staatsbesuch in Indien: „Es gibt Leute, die sagen, dass die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte Sanddünen angreifen – das ist nicht wahr. Wir haben auf Angriffe gegen den Staat Israel geantwortet, und zwar mit einem äußerst systematischen Angriff auf Infrastruktur, die gegen uns gerichtet ist. Die Hamas muss begreifen, dass wir diese Offensiven nicht zulassen werden.“

General: „Jüdisches Gehirn hat Lösung gefunden“

Indes teilte ein israelischer General mit, das Militär habe eine Lösung gefunden, durch die alle Hamas-Tunnel, die nach Israel führen, zerstört würden. Es sei mit dem Raktenabwehrsystem „Eisenkuppel“ vergleichbar: „Der israelische Erfindergeist hat gemeinsam mit dem jüdischen Gehirn eine Lösung für alle Terroristentunnel hervorgebracht“, sagte Joav Mordechai auf Arabisch dem TV-Sender „Alhurra“ mit Sitz in den USA. „Genauso wie es die ‚Eisenkuppel‘ für die Luft gibt, gibt es einen technischen Schirm aus Stahl unter der Erde. Ich möchte diese Botschaft an jeden senden, der gräbt oder sich den Tunneln zu sehr nähert: Wie Sie in den vergangenen zwei Monaten gesehen haben, bringen diese Tunnel nur Tod.“

Bereits am 30. Oktober hatte die Armee einen Tunnel des Islamischen Dschihad gesprengt. Dabei starben zehn Mitglieder der Terrorgruppe und zwei Hamas-Anhänger. Am 10. Dezember zerstörte das Militär einen Tunnel der Hamas, ohne dass Menschen zu Schaden gekommen wären.

Infolge der Entdeckung des neuen Angriffstunnels schloss Israel am Sonntag vorübergehend den Übergang „Kerem Schalom“. Täglich überqueren ihn mehrere Hundert Lastwagen. Armeeangaben zufolge wurden auf diesem Wege im Jahr 2017 mehr als eine halbe Million Tonnen Lebensmittel in den Gazastreifen geliefert. Hinzu kamen demnach 3,3 Millionen Tonnen Baumaterial und 12.000 Tonnen landwirtschaftliche Ausrüstung.

Von: eh

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