Löwenbabys in Gaza gestorben

BEIT LAHIJA (inn) – Die Geburt von zwei Löwenbabys in dem von der radikal-islamischen Hamas betriebenen Bissan-Vergnügungspark im Norden des Gazastreifens wurde weltweit als Sensationsnachricht verbreitet. Doch nach drei Tagen sind die kränklich geborenen und appetitlosen Löwenbabys am Donnerstag gestorben. Zudem sei der Löwenvater „aggressiv“ gegenüber seinen Kindern gewesen.
Die neugeborenen Löwen haben im Gazastreifen nicht lange überlebt. (Symbolbild)
Die neugeborenen Löwen haben im Gazastreifen nicht lange überlebt. (Symbolbild)

Gleich nach ihrer Geburt in dem Park in Beit Lahija wurden die Zwillinge getauft. Der Löwenjunge wurde nach der Rakete „Fadschr“ benannt und seine Schwester „Sidschil“ – der arabische Name für die israelische „Operation Wolkensäule“ gegen die Terror-Infrastruktur der Hamas vor genau einem Jahr.
Der militärische Arm der Hamas, die Al-Kassam-Brigaden, twitterte aus dem „Löwenland“: „Erstmals brachte eine Löwin im belagerten Gaza Junge zur Welt“. Muhammad Effendy twitterte auf der Seite der Brigaden: „Al-Kassam Löwen sind das Symbol der Macht und des Kampfes des palästinensischen Volkes. Allahu Akbar.“ Die israelische Zeitung „Ha‘aretz“ begrüßte die Babys mit einem „Masel Tov“.
Gemäß Medienberichten habe der Direktor des Vergnügungsparks „mangelnde Expertise“ beklagt. Unter über 50 Veterinären im Gazastreifen habe er keinen gefunden, der Erfahrung mit Löwen hatte.
Die Verantwortlichen hätten sich an einen Zoo in Ägypten gewandt, um Rat gefragt und Spezialnahrung bestellt. Wegen der ägyptischen Blockade des Gazastreifens und der Zerstörung vieer Schmugglertunnel zwischen dem Gazastreifen und Ägypten konnte den kränkelnden Löwen nichts geschickt werden.
Die Löweneltern sind 2006 durch die Schmugglertunnel nach Gaza gebracht worden, zusammen mit exotischen Tieren wie Giraffen. Die wurden offenbar zusammengeklappt durch die Tunnel gezogen.
Wie die britische Zeitung „Guardian“ berichtet, stünden im palästinensischen Gazastreifen die Tierrechte nicht sehr hoch im Kurs. In einem Zoo im Süden seien Tiere in engen Käfigen ausgestellt und neben ihnen ausgestopfte verstorbene Artgenossen. In einem anderen Zoo wurden Esel mit Streifen bemalt, nachdem zwei echte Zebras verendet waren.

Gegenseitige Beschuldigungen wegen Strommangels

Noch ist keine Todesursache der Löwenbabys bekannt. Die britische Zeitung „Telegraph“ macht jedoch schon die Luft- und Wasserverschmutzung und die mangelhafte Stromversorgung im Gazastreifen verantwortlich. Daran sei allein Israel schuld. Doch in den vergangenen Tagen beschuldigten sich die Autonomiebehörde in Ramallah und die Hamas in Gaza gegenseitig, die Stillegung des einzigen Kraftwerks verschuldet zu haben, wegen Streit um den Preis für das Öl zur Stromerzeugung. Mangels Stroms fallen Wasserpumpen und Klärwerke aus, was Abwasser-Überschwemmungen zur Folge hat.
Schadi Hamad, Tierpfleger im Zoo des Bissan-Vergnügungsparks, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, sich nur an einen Zoo in Ägypten gewandt zu haben. Dennoch machte er allein Israel wegen der Blockade des Gazastreifens für den Tod der Tiere verantwortlich. Nirgendwo wurde berichtet, ob sich Hamad auch an Israel gewandt habe.

Personen- und Warenverkehr trotz Blockade

Ausgerechnet dieser Tage hat Hamas-Premierminister Ismail Hanije Wege gefunden, Kontakt mit den israelischen Militärbehörden aufzunehmen, um seine an einer Darminfektion schwer erkrankte Enkelin nach Israel bringen zu lassen (Israelnetz berichtete). Das Kleinkind wurde ohne Erfolg im Schneider-Kinderhospital in Petah Tikvah behandelt. Es ist inzwischen durch den Eres-Kontrollpunkt im Norden des Gazastreifens wieder zu seinen Eltern und zu Großvater Hanije zurückgebracht worden.
Trotz der israelischen Blockade werden täglich Hunderte Lastwagenladungen Nahrungsmittel von Israel in den Gazastreifen transportiert. Zudem lässt Israel jedes Jahr Tausende Patienten aus dem Gazastreifen zur Behandlung in israelischen Krankenhäusern einreisen. Für „humanitäre Fälle“ bleibt der Eres-Grenzübergang sogar an Wochenenden offen, wenn nicht einmal Diplomaten und Journalisten durchgelassen werden. Ob die Löwenbabys auch als „humanitäre Fälle“ gelten, ist offenbar nicht einmal getestet worden.

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