Libanesischer Premier Al-Hariri tritt zurück

Der libanesische Premierminister Al-Hariri ist aus Angst vor einem gegen ihn gerichteten Anschlag zurückgetreten. Bereits sein Vater wurde ermordet. Seinem Heimatland bleibt der Politiker vorerst fern.
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Saad Al-Hariri ist am Wochenende als libanesischer Premier zurückgetreten
Saad Al-Hariri ist am Wochenende als libanesischer Premier zurückgetreten

BEIRUT / RIAD (inn) – Aus Angst um sein Leben ist der libanesische Premierminister Saad al-Hariri von seinem Posten zurückgetreten. Er befürchtet einen Mordanschlag auf sich, erklärte der Politiker in einer Rede am Samstag, die er in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad hielt und die im Fernsehen übertragen wurde: „Ich spüre, dass eine Verschwörung läuft, die auf mein Leben abzielt.“ Das berichtet unter anderem die Nachrichtenseite „jerusalemonline.com“. Bereits sein Vater Rafik al-Hariri war ermordet worden. Das derzeitige Klima im Libanon ähnle dem damaligen.

Der nun zurückgetretene Al-Hariri kritisierte den Iran und die schiitische Hisbollah-Miliz dafür, sich in arabische Angelegenheiten einzumischen. Der Iran und „seine Verbündeten” in der Region würden sich aber „nicht durchsetzen“.

Nasrallah: „Saudischer Wahnsinn“

Am Sonntag meldete sich Hassan Nasrallah, der Führer der Terrormiliz Hisbollah, zu Wort und bezeichnete den Rücktritt Al-Hariris als „saudischen Wahnsinn“. Seine Äußerungen machte er im Rahmen einer geschlossenen Sitzung, später wurde er im libanesischen Fernsehen zitiert.

Einen weiteren kriegerischen Konflikt im Nahen Osten, der auch gegen Israel gerichtet sein könne, erwarte Nasrallah in naher Zukunft nicht. Aber der nächste Krieg werde verhängnisvoll sein und das Gleichgewicht entscheiden.

Netanjahu: Rücktritt ist „Weckruf“

Aufgrund der Sicherheitslage in seinem Heimatland werde Al-Hariri dem Libanon bleibe vorerst fernbleiben. Das sagte eine dem ehemaligen Premier nahestehende Quelle am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Er werde in andere arabische Länder reisen, um die Situation in seiner Heimat zu besprechen.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu sieht den Rücktritt Al-Hariris aufgrund einer iranischen Bedrohung als „einen Weckruf“. Dies zeige, dass die Islamische Republik nicht nur Israel in Gefahr bringe, sondern den gesamten Nahen Osten. Er rief die internationale Gemeinschaft auf, den Iran zu stoppen.

Von: mab

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