Libanesischer Oppositionsführer: “Schaaba-Farmen gehören nicht uns”

BEIRUT (inn) – Die umstrittenen Schaaba-Farmen sind kein Teil des libanesischen oder syrischen Staatsgebietes. Das sagte der Oppositionsführer im Libanon, Walid Dschumblatt, gegenüber dem Fernsehsender “Al-Arabija”.

Wenn Syrien der Ansicht sei, das Gebiet sei libanesisch, solle es die entsprechenden Dokumente vorweisen, so Dschumblatt. Dann müssten allerdings die Grenzen zwischen Syrien und dem Libanon neu festgelegt werden. “Wenn dies geschieht, werden wir fordern, dass die UNO-Resolution 452 in die Tat umgesetzt wird. Sie verlangt einen israelischen Rückzug aus allen libanesischen Gebieten. Aber wir haben dieses politische Spiel schon satt, dem niemand glaubt und das nur die angespannte Atmosphäre erhalten soll.”

Seit dem israelischen Rückzug aus dem Südlibanon im Mai 2000 haben viele Libanesen und die radikal-islamische Hisbollah (“Partei Allahs”) betont, dass Israel die Schaaba-Farmen noch besetzt halte. Die Terrorgruppe nutzte dies als Vorwand für ihre Angriffe auf israelische Ziele. Dschumblatt drückte seine Wertschätzung für den Einsatz der Hisbollah aus, doch er forderte, die Diskussionen über die Schaaba-Farmen auf dem Har Dov zu beenden.

“Ich möchte beruhigen”, sagte der Vorsitzende der Progressiven Sozialistischen Partei im Libanon. “Wenn man als Ergebnis daraus behauptet, wir wollten einen Friedensvertrag mit Israel, sagte ich Folgendes: Auch wenn Syrien zu einem Friedensvertrag mit Israel kommen sollte, werde ich dafür plädieren, dass die Beziehungen zwischen Israel und dem Libanon Beziehungen des Waffenstillstands bleiben, wie es bisher geschieht.”

Dschumblatt äußerte sich auch zur amerikanischen und internationalen Einmischung in die libanesische Krise: Diejenigen, die gegen die Verfassung eine zweite Amtszeit für Präsident Emile Lahud durchgesetzt hätten, seien dafür verantwortlich, dass die Krise international geworden sei. Im Herbst war die libanesische Verfassung unter syrischem Einfluss verändert worden, damit Lahud im Amt bleiben konnte. Daraufhin trat Premierminister Rafik al-Hariri aus Protest zurück – am 14. Februar wurde er ermordet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen