Libanesisch-syrische Grenze ist Schmugglerparadies

BEIRUT / DAMASKUS (inn) - Libanons Grenze zu Syrien bietet noch immer ungehinderte Zugänge für Schmuggler. Das geht aus einem Bericht einer Einheit der Vereinten Nationen hervor, der dem UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon vorgelegt wurde. Durch den Schmuggel konnte die schiitische Hisbollah ihr Waffenarsenal in den vergangenen Monaten enorm aufstocken.

Beide Staaten werden in dem Bericht stark kritisiert. Sie hätten ihre Versprechen, die Grenze entsprechend zu sichern, nicht gehalten, heißt es laut der Tageszeitung „Ha´aretz“. Die Ausrüstung an den offiziellen Grenzübergängen sei veraltet und das Personal schlecht ausgebildet. Die Kontrollen seien nicht dafür geeignet, Schmuggel aufzudecken. Zudem gebe es mehrere bekannte inoffizielle Grenzübergänge, welche ohne Hindernisse erreicht werden könnten. Geschmuggelt werde größtenteils über diese.

Das Einsatzkommando war von den Vereinten Nationen vor 18 Monaten eingerichtet worden. Es hatte bereits im Juni 2007 einen Bericht mit ähnlichen Ergebnissen veröffentlicht.

Israel reklamiert seit langem, dass Waffen ungehindert vom Iran über Syrien an die Hisbollah im Libanon geschmuggelt werden – obwohl dies mit der UN-Resolution 1701 vor zwei Jahren verboten wurde. Durch den Schmuggel habe die schiitische Miliz mittlerweile ein Waffenarsenal, das in Menge und Qualität dem entspricht, welches sie vor dem Zweiten Libanonkrieg hatte. Möglicherweise verfüge sie auch über hochentwickelte Flugabwehrraketen.

Israelischen Angaben zufolge hat die Miliz zudem ein Netzwerk von raffinierten unterirdischen Bunkern in etwa 150 Dörfern im Südlibanon errichtet. In diesen Bunkern sei Platz für bis zu 15 Kämpfer, Raketen und Raketenwerfer. Im Falle eines Krieges mit Israel könnten diese außerdem als Versteck genutzt werden, um israelische Truppen aus dem Hinterhalt anzugreifen. Weder die UN-Einheiten im Libanon noch die libanesische Armee hätten etwas gegen den Bau der Bunker unternommen, heißt es weiter.

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