Lebenslänglich für Drahtzieher hinter Talmudschüler-Mord

JERUSALEM (inn) – Hussam Kawasmeh, Drahtzieher hinter der Ermordung der drei Talmudschüler im vergangenen Juni, ist am Dienstag zu dreimal lebenslänglicher Haft verurteilt worden. Der Palästinenser habe die Entführung der drei Jugendlichen geplant, urteilte das Gericht.
Anfang Juni wurden Ejal Jifrach (19), Gil-Ad Scha'ar (16) und Naftali Frankel (16) (v.l.) ermordet. Der Drahtzieher hinter der Entführung wurde nun zu dreimal lebenslänglich verurteilt.

Foto: Israelisches Außenministerium

Anfang Juni wurden Ejal Jifrach (19), Gil-Ad Scha’ar (16) und Naftali Frankel (16) (v.l.) ermordet. Der Drahtzieher hinter der Entführung wurde nun zu dreimal lebenslänglich verurteilt.
Zusätzlich zu den 75 Jahren Gefängnis muss das Hamas-Mitglied Kawasmeh jeder der drei Familien der Jungen umgerechnet knapp 53.000 Euro zahlen. Oberstleutnant Menahem Lieberman, Vorsitzender Richter des Militärgerichts in Judäa, begründete das Urteil mit folgenden Worten: „Der Beschuldigte ermordete kaltblütig drei Jungen, die nach Hause gehen wollten. Die Leben der Jungen wurden von einem Moment auf den anderen ausgelöscht und das Leben ihrer Familien änderte sich bis zur Unkenntlichkeit.“ Der „bösartige“ Plan von Kawasmeh, eine Verhandlung zu erreichen, sei fehlgeschlagen, zitiert die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ den Richter. Lieberman verglich die Entführung mit einem „Erdbeben, das die Region getroffen hat“. Das strategische Ziel der Entführung sei es gewesen, die Freilassung palästinensischer Gefangener zu erreichen. Die Tat habe der Gesellschaft jedoch „großen Schaden“ zugefügt. Der Richter beurteilte die Tat als „einen der ernsthaftesten Fälle von Mord und Entführung“. Sie habe die Sicherheitslage „außerordentlich beeinflusst“. Der Angeklagte habe der Gesellschaft direkten Schaden zugefügt. Die Tat habe zu einer Vielzahl von Verhaftungen geführt und die Sicherheitslage verändert. Die Staatsanwaltschaft hatte zusätzlich gefordert, dass Kawasmehs Strafmaß noch um mehrere Dutzend Jahre verlängert würde und die Familien der Opfer insgesamt mehrere Millionen an Schmerzensgeld erhalten sollten. Diese Forderungen lehnte das Gericht jedoch ab. Avraham Frenkel, Vater des getöteten Naftali, erklärte während der Verhandlung, es sei „extrem schwierig“ gewesen, den Verlust eines „Sohnes, Bruders und Enkels“ zu verkraften. Die israelischen Jugendlichen Gil-Ad Scha‘ar, Ejal Jifrach und Naftali Frenkel waren am 12. Juni entführt worden. Am 30. Juni wurden ihre Leichen entdeckt. Die Hamas übernahm die Verantwortung für die Tat. Kawasmehs mutmaßliche Komplizen Amar Abu-Aischeh und Marwan Kawasmeh kamen bei einer Razzia im Westjordanland im Rahmen der Verfolgung der Täter im September vergangenen Jahres ums Leben.

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