Von den Teilnehmern bezeichneten 24 Prozent die Korruption als größte Bedrohung für Israel. Derselbe Anteil führte die Gefahr an, die von arabischen Ländern und dem Iran ausgeht. Soziale Themen wie Armut nannten 22 Prozent, Terroranschläge 12 und demographische Probleme 7 Prozent. Zudem gaben 9 Prozent keine Antwort auf die Frage. Vor einem Jahr hatte die Korruption mit 30 Prozent den ersten Platz vor den arabischen Ländern (27 Prozent) belegt. Die Umfrage wurde vom Institut „Keevoon Research, Strategy & Communications“ durchgeführt.
Mehrheit hält Kurs Israels für falsch
Dass sich Israel in eine falsche Richtung entwickle, meinten 60 Prozent der Befragten. 24 Prozent hielten den derzeitigen Weg ihres Landes für richtig. Im vergangenen Jahr hatten noch 74 Prozent die Ansicht vertreten, dass die Richtung falsch sei. Das Gegenteil nahmen damals 16 Prozent an.
Von denjenigen, die sich als religiös bezeichnen, waren 28 Prozent mit dem derzeitigen Kurs Israels einverstanden. Bei den Ultra-Orthodoxen bejahte niemand diese Frage, während 85 Prozent die Richtung als falsch empfanden.
„Verbesserung wegen etwaiger Neuwahlen“
„Es hat definitiv eine Verbesserung im Vergleich zur letztjährigen Umfrage gegeben“, sagte der Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts, Mitchell Barak, laut der „Jerusalem Post“. „Sie zeigt, dass die Israelis denken, dass es besser wird. Dies könnte durch die Möglichkeit von nationalen Wahlen beeinflusst sein, von denen viele reden. Allgemein befindet sich ein Land, in dem 60 Prozent der Bürger das Gefühl haben, es werde in die falsche Richtung gelenkt, in keiner guten Lage.“
Das Institut „Keevoon“ hatte am 24. Juli 500 jüdische Israelis telefonisch befragt. Die Fehlerquote lag bei 4,5 Prozent. Die Erhebung fand zum zweiten Mal statt. Sie wird als „Tischa Be´Av-Gradmesser-Umfrage“ bezeichnet. Am Tischa Be´Av gedenken Juden der Zerstörung der beiden Tempel in Jerusalem. In diesem Jahr findet der Trauertag am kommenden Sonntag statt.