„Ich will Wasserbäche auf den Höhen öffnen und Quellen mitten auf den Feldern und will die Wüste zu Wasserstellen machen und das dürre Land zu Wasserquellen“ (Jesaja 41,17–18)

„Ich will Wasserbäche auf den Höhen öffnen und Quellen mitten auf den Feldern und will die Wüste zu Wasserstellen machen und das dürre Land zu Wasserquellen“ (Jesaja 41,17–18)

„Ich will Wasserbäche öffnen“

Der trockene Sommer im vergangenen Jahr und der heiße Juni in diesem Jahr haben uns in Deutschland orientalische Wetterverhältnisse vermittelt. Alles Leben schreit nach Wasser: Menschen, Tiere, Pflanzen. Die Bibel spricht an vielen Stellen von Dürre und andererseits von Wasser. Ein Impuls von Egmond Prill

Das Land Israel lechzt nach Wasser. Der vergangene Winter ließ den See Genezareth etwas steigen. Es kam mehr Regen als in den Jahren zuvor. Und doch wird in riesigen Anlagen Meerwasser entsalzt. Diese Art der Wassergewinnung braucht viel Energie, die aber ist teuer. Für Regen kommt keine Rechnung.

Wasserkultur aus der Wüste

Es ist schon interessant: Das Volk Israel stammt aus der Wüste. Die Erzväter zogen mit ihren Familien und Herden durch die orientalischen Wüsten, die zu den trockensten Gebieten der Welt gehören. Doch genau von dort kommt der Glaube der Juden, verbunden mit vielen Vorschriften für religiöse Waschungen. „Vor dem Essen, nach dem Essen, Händewaschen nicht vergessen“, das stammt aus der Bibel. Natürlich steht es da nicht so nett deutsch gereimt. Aber die Tora enthält Jahrtausende alte Vorschriften religiöser Reinigungen. Und gewaschen ist gewaschen, mit welcher Begründung auch immer. Es dient der Gesundheit. Noch vor zweihundert Jahren haben sich die Menschen in Europa mehr gepudert und gekratzt als gewaschen. Selbst in Krankenhäusern war Hygiene kaum ein Thema.

Ignaz Semmelweis, Arzt in Wien, führte um 1850 Reinigungsvorschriften für das Personal ein und schuf damit die Grundlagen der modernen Krankenhaushygiene. Er hatte es seinerzeit schwer, wurde verspottet und verlor sogar seine Stellung. Es sei „jüdischer Aberglaube“, was er da vertrete. Dagegen haben jüdische Gemeinden die lange Tradition des rituellen Tauchbades in ihren Quartieren und Synagogen. Eine Mikwe ist eine ausgehauene oder gemauerte Grube, die das vollständige Eintauchen eines Menschen ermöglicht. Sieben Stufen erleichtern das Einsteigen ins Wasser, das ein durchfließendes sein muss. Die Bibel nennt es „lebendiges Wasser“ im Gegensatz zum abgestandenen Wasser einer Zisterne. Es war eine Sensation, als 2007 bei Arbeiten nahe der Krämerbrücke in Erfurt eine rund 750 Jahre alte Mikwe gefunden und als solche identifiziert wurde.

Wasserhahn in Gottes Hand

In biblischen Zeiten sahen die Menschen hoffend und betend zum Himmel. Gott gab gnädig den Regen für das Land. Den Frühregen nach Neujahr für die Saat im Oktober; den Spätregen zum Ausgang des Winters im März. Gott ließ Brunnen quellen und öffnete Bäche in der Wüste. Israels Gott konnte jedoch auch durch Wassermangel seinem Volk ins Gewissen reden. Schlicht gesagt: Der Schöpfer hat den Wasserhahn in seiner Hand. Wassernot wurde als Gericht verstanden. Trockene Jahre erinnerten an einen ausgetrockneten Glauben und mahnten die Menschen. Die Bibel erzählt von Elia und der Dürre im Lande.

Als das Volk am Berg Karmel versammelt wird, fragt der Mann Gottes: „Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten?“ Der Prophet Hosea predigt: „Höret, ihr Israeliten, des HERRN Wort! Denn der HERR hat Ursache, zu schelten, die im Lande wohnen; denn es ist keine Treue, keine Liebe und keine Erkenntnis Gottes im Lande, sondern Verfluchen, Lügen, Morden, Stehlen und Ehebrechen haben überhandgenommen, und eine Blutschuld kommt nach der andern. Darum wird das Land dürre stehen, und alle seine Bewohner werden dahinwelken; auch die Tiere auf dem Felde und die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer werden weggerafft“ (Hosea 4,1–3).

Doch Gottes Wunsch und Wille ist das eigentlich nicht. Er will Wasser geben. Es geht um das frische Wasser für das Land und das lebendige Wasser für das Herz der Menschen in Israel, in Deutschland und weltweit: „Die Elenden und Armen suchen Wasser, und es ist nichts da, ihre Zunge verdorrt vor Durst. Aber ich, der HERR, will sie erhören; ich, der Gott Israels, will sie nicht verlassen. Ich will Wasserbäche auf den Höhen öffnen und Quellen mitten auf den Feldern und will die Wüste zu Wasserstellen machen und das dürre Land zu Wasserquellen“ (Jesaja 41,17–18).

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 4/2019 des Israelnetz Magazins, wo das Thema die Titelgeschichte ist. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/915152, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

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