Auf einen solchen Anblick müssen Israelis derzeit verzichten

Auf einen solchen Anblick müssen Israelis derzeit verzichten

Wo einst Milch und Honig flossen

Die Bibel bezeichnet Israel ins Land, wo Milch und Honig fließt. Davon ist in den Supermärkten derzeit nichts zu sehen. Doch die Milchindustrie verspricht Abhilfe. Eine Beobachtung von Ulrich W. Sahm

Israel hat bekanntlich die tollsten Kühe der Welt. Sie geben bis zu 12.000 Liter Milch pro Jahr. Das ist ein Weltrekord. Doch dieser Tage sucht man vergeblich nach Milch in den Supermärkten. Üblicherweise sind die Regale gefüllt mit Milch in Plastiktüten, Kartons oder großen Plastikbehältern. Aberim Augenblick sind die dafür vorgesehenen Regale in den Supermärkten leergefegt. Ebenso scheinen die Hühnchen in Israel plötzlich ausgestorben zu sein, obgleich es Federvieh im Überfluss gibt.

Der akute Mangel erreichte auch schon die Medien. Er wird in den Nachrichten abgehandelt wie der iranische Griff nach der Atombombe, Tote bei Autounfällen oder die Rede des Premierministers Naftali Bennett vor der UNO. Es gibt zwar Tatsachen, aber die Gründe für den erstaunlichen Mangel werden nicht angeführt.

Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass die Milchindustrie schon vor den hohen jüdischen Feiertagen im September eine Warnung ausgesprochen hatte. Die Kühe seien nicht in einen Streik getreten, sondern die Menschen begingen ihre Feiertage, anstatt zu arbeiten. Das sei der Grund für die spürbaren Engpässe in den großen Supermärkten wie auch im Kiosk an der Straßenecke.

Angeblich werde es nach Abschluss der Feiertage, die am Dienstag endeten, „bald“ auch wieder Milch geben. Seit einem Jahr herrscht auch Mangel an örtlich produzierter Butter. Die importierten Buttererzeugnisse aus Dänemark und anderen europäischen Ländern sind hingegen sehr teuer.

Hoffnung auf echte Milch im Kaffee

Während die Kinder auf ihr „Schoko“ zum Frühstück pochen – wie es in einem populären Kinderlied heißt -, erwarten die Erwachsenen bald wieder einen Schuss echter Milch in ihrem Kaffee. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Fleischer und Melker umgehend wieder ihre Arbeit aufnehmen.

Für Hühnerschlegel, Brüstchen und andere Fleischprodukte gibt es zum Glück ausreichend Ersatz in den Tiefkühltruhen. Aber tiefgefrorene Milch scheint bislang noch niemand erfunden zu haben.

So bleibt nur die Alternative, es mit veganen Produkten zu versuchen. Es muss noch geprüft werden, welche der zahlreichen Milchalternativen am besten zum Kaffee passen.