Das jüdische Volk durchlebte im Laufe seiner Geschichte viele Krisen

Das jüdische Volk durchlebte im Laufe seiner Geschichte viele Krisen

Israel zwischen Endlösung und Erlösung

Die Geschichte und das Geschick des jüdischen Volkes sind auf einzigartige Weise hineingewoben in die Geschichte der Welt. Bereits in biblischen Zeiten sagen andere Völker Israel die Vernichtung an. Der Leidensweg zieht sich bis in unsere Tage. Doch weder das alte Persien noch Hamas und Hisbollah konnten Gottes Volk auslöschen. Es blieb nicht von Schlägen verschont, doch Israel lebt.

Es ist das Wunder von Israels Bewahrung. Gott führte im Auf und Ab einer wechselvollen Geschichte sein Volk durch die Zeiten. Er ist Israels Schutz und Schild. Zu allen Zeiten wurde sein Volk bedrängt und bedroht. Psalm 83 zitiert die Feinde des jüdischen Volkes: „Sie machen listige Anschläge gegen dein Volk und halten Rat gegen die, die sich bei dir bergen. ‚Wohlan!‘ sprechen sie, ‚lasst uns sie ausrotten, dass sie kein Volk mehr seien und des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!‘“

Juden – verachtet und vertrieben

In diesem Jahr erinnert Deutschland an das erste offizielle Dokument, das Juden im damals römischen Köln erwähnt. Kaiser Konstantin bestätigte 321, dass Juden dem Stadtrat angehören dürfen. Anders gesagt: Das jüdische Volk war bereits an Rhein und Donau, als die heutigen Völker und Staaten noch gar nicht entstanden waren. Viele Völker sind inzwischen verschwunden. Nicht zuletzt im Zuge der Völkerwanderung haben sich viele Stämme und Sprachen aufgelöst. Juden dagegen finden wir heute noch in Köln, Nürnberg, New York und Jerusalem. Gott hat sein Volk bewahrt. Traditionen, Speisegebote und Feiertage blieben erhalten. Der Glaube an den Einen und Ewigen blieb lebendig.

Doch der Blick in die Geschichte zeigt, dass in allen europäischen Regionen Juden verachtet, verfolgt und vertrieben wurden. Im Mittelalter durften Juden weder Land besitzen noch in den Zünften Mitglied sein. Man gönnte ihnen gern stinkende Gewerbe wie Färberei und Gerberei und das damals anrüchige Geschäft mit dem Geld. So wurden Juden Geldverleiher und Bankiers. Ab 1346 wütete die Pest in Europa. Der „schwarze Tod“ entvölkerte ganze Landstriche. Die Schuld gab man den Juden. Ghettos wurden zugesperrt und schließlich brannten die Scheiterhaufen. 1492 begann die Vertreibung der Juden aus Spanien. Zehntausende flohen nach Mitteleuropa und im Dreißigjährigen Krieg weiter nach Osteuropa. In der Ukraine gab es ab 1648 furchtbare Massaker. Es ist ein langer Leidensweg des jüdischen Volkes in Europa bis zum Plan einer „Endlösung“, der im Massenmord endete.

Juden – behütet und bewahrt

Auch außerhalb Europas, vor allem in islamischen Staaten, wurden Juden verfolgt. Doch die Flammenhöllen der Feinde Israels konnten Gottes Volk nicht auslöschen. Denn Gott hatte ein Versprechen gegeben: „So spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, und wenn du durch Ströme gehst, sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du ins Feuer gehst, wirst du nicht brennen, und die Flamme wird dich nicht versengen. Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Heiland“ (Jesaja 43,1–3).

In der Bibel finden wir Bewahrungsgeschichten: Der Weg durch das Schilfmeer, Daniel in der Löwen­grube, der Gesang der Männer im Feuerofen und Königin Esther mit der Rettung der Juden im alten Persien. Als drei Jahre nach dem Ende von Auschwitz der moderne Staat Israel gegründet wurde, begannen Wunder der Bewahrung in unserer Zeit. Weder die Kriege gegen Israel noch der lang­anhaltende Terror und der weltweite Israelhass konnten Land und Volk zerstören. Und so bleibt für Israel das Vertrauen auf den Gott der Geschichte, der über Land und Volk wacht. Psalm 121 hält fest: „Siehe der Hüter Israels schläft und schlummert nicht. Der Herr behütet dich.“

Von: Egmond Prill

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