Palästinenser haben in den vergangenen Wochen Reifen in Brand gesetzt

Palästinenser haben in den vergangenen Wochen Reifen in Brand gesetzt

Gaza, Grenze und Granaten

Viele Medien sehen die „Proteste“ am Gaza-Grenzzaun als gerechtfertigt an. Sie täten aber gut daran, die Gewaltaktionen zu hinterfragen. Ein Kommentar von Egmond Prill

Ausgerechnet zum Pessachfest begann in Israel der erste Aufmarsch an der Grenze zum Gazastreifen. Er war langfristig angelegt. Weit mehr als 20.000 Palästinenser sollen es gewesen sein, an der Spitze Steinewerfer, Bewaffnete mit Äxten und Stangen, Hamas-Kämpfer.

Anfangs sei es nur nur eine private Idee einiger Aktivisten im Gazastreifen gewesen, heißt es: der „Marsch der Rückkehr“. Doch sehr schnell hatte die in Gaza regierende Hamas die Führung und den Kampf übernommen. Feuerdrachen stiegen auf, um israelische Getreidefelder zu verbrennen. Schon im Vorfeld sollte Israel der 70. Jahrestag der Staatsgründung verheerend verhagelt werden. Große Reifenstapel brennen und senden dunkle Rauchschwaden Richtung Israel. Vermummte versuchen, im Nebel dieser giftigen Wolken die Grenze zu stürmen. Doch Israels Sicherheitskräfte haben sich vorbereitet. Militär und Spezialtruppen schützen Land und Volk. Denn das ist die vordringlichste Aufgabe eines Staates: Schutz der Bevölkerung.

Medien spielen mit

Schön sind sie nicht, die Bilder, die seit Wochen weltweit durch die Medien eilen. Aus Paris, Brüssel und Berlin tönt es anklagend gegen Israel, die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Meinungsmacher reklamieren ein Recht auf Protest. Mit markigen Worten wird das Elend im Gazastreifen beschrieben, die Not der Palästinenser geschildert. Wieder einmal spielt die Welt mit. Berichte und Bilder, die Israel anklagen. Der Grundtenor: Wie kann Israel so hart reagieren? In der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) tauchte eine Karikatur auf, die den israelischen Premierministers im „Stürmerstil“ zeigte. Schlimmer geht es nimmer!

Vor allem bleibt dabei unklar, was die israelische Regierung denn eigentlich machen soll. Verhältnismäßigkeit beachten? Soll die Armee in gleicher Weise tausende Autoreifen abfackeln und die Luft verpesten? Soll es im Süden Israels schulfrei geben, damit Kinder und Jugendliche in Scharen ins Kampfgebiet eilen? Israel muss seine Grenze schützen, auch um den schmerzlichen Preis von bislang mindestens 170 Toten. Nur so konnten die Demonstranten am Durchbruch gehindert werden. Denn das muss aller Welt doch klar sein: Wenn auch nur zehn arabische Angreifer durchbrechen, werden die nicht mit Blumen ins nächste jüdische Dorf eilen oder dort Schokolade verschenken.

Welt muss handeln

Einer der Gründer dieses Marsches, Issam Hammad, hatte das Ziel so beschrieben: „Wir werden den Befehl geben, und alle werden gleichzeitig losgehen. 70 Jahre lang hat Israel uns in einem Dampfdruckkessel festgehalten. Jetzt ist das Spiel endgültig vorbei. Entweder lässt Israel uns heimkehren oder der dritte Weltkrieg beginnt.“ Die Welt sollte sich auf diesen Krieg nicht einlassen, auch nicht auf den Krieg der Bilder! Denn wieder muss gefragt werden: Wer schickt Kinder mit Steinen gegen Soldaten? Wer bringt Babys in die Nähe der Grenze und setzt sie den Giftschwaden brennender Ölfässer und Reifen aus? Wer putscht Jugendliche auf? Wie wird die Saat des Hasses finanziert? Die europäische Finanzierung der Hamas-Herrschaft in Gaza gehört auf den Prüfstand! Ebenso muss gefragt werden: Wohin fließen die Gelder von UNESCO, der UNO-Kulturabteilung, und der UNRWA, der UN-Hilfsorganisation, die seit 1949 allein für Palästina-Flüchtlinge zuständig ist?

Seit dem Abzug Israels aus Gaza im Sommer 2005 sind 13 Jahre vergangen. Jahre, in denen der Gazastreifen nichts gewonnen, jedoch viel verloren hat. Den Palästinensern muss die Welt diese Botschaft senden: Verzehrt eure Kräfte nicht länger im Terror gegen Israel! Schaut nach vorn, nicht zurück! Organisiert euer Leben, schafft eine friedliche Zukunft für eure Kinder! Schafft das ganze Kriegsmaterial, die Raketen und Mörser, ins Museum. Zeigt der jungen Generation, wie Jahrzehnte im Terror vergeudet wurden. Schaut auf Singapur, jenes Musterland im Fernen Osten, und baut ein „Singapur“ im Nahen Osten. Dieser Ministaat, übrigens mit der doppelten Bevölkerungsdichte von Gaza, ist ein wirtschaftlicher Riese. Dann kann der Gazastreifen blühen.

Diesen Artikel finden Sie in einer früheren Fassung in der Ausgabe 3/2018 des Israelnetz Magazins. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/915152, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

Von: Egmond Prill

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