Leitet den Knesset-Ausschuss für christliche Verbündete: Robert Ilatov
Leitet den Knesset-Ausschuss für christliche Verbündete: Robert Ilatov

Die Knesset und ihre christlichen Freunde

Der „Ausschuss für christliche Verbündete“ in der Knesset wurde bei einer Eröffnungssitzung in der zweiten Julihälfte neu belebt. Vertreter der israelischen Regierung und Abgeordnete aus verschiedenen Fraktionen sind überzeugt, dass Israel die Unterstützung von Christen aus aller Welt braucht.

Der „Ausschuss für christliche Verbündete“ in der Knesset ist eine Arbeitsgruppe für Beziehungen zu christlichen Freunden Israels. Er will direkte Kommunikationswege und eine Zusammenarbeit des israelischen Parlaments mit christlichen Führungspersönlichkeiten aus aller Welt weiterentwickeln. Damit soll die gemeinsame Geschichte, die Judentum und Christentum mit dem Land Israel verbindet, gewürdigt werden.

Ein neuer Ansatz einer auf dem Glauben basierenden Diplomatie greift Gemeinsamkeiten des Judentums mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen auf. Er betont gemeinsame Werte, Glaubensinhalte, die gemeinsame Geschichte und den Bezug zum Land Israel. Er ist in erster Linie auf die evangelikale Christenheit ausgerichtet. Der Ausschuss pflegt als Arbeitsgruppe im israelischen Parlament nicht nur Beziehungen zu entsprechenden Arbeitsgruppen in den Volksvertretungen in 30 Ländern. Er will zudem direkte Kontakte zu christlichen Gruppen und Kirchen aufbauen, die in ihren Heimatländern den jüdischen Staat politisch unterstützen wollen.

Die israelische Außenpolitik sieht sich drei herausragenden Herausforderungen gegenüber: erstens den Bestrebungen des Iran, eine Atombombe zu entwickeln. Zweitens ist Israel mit einer weltweiten Kampagne konfrontiert, die zu „Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“ (BDS) aufruft, und den Staat Israel grundlegend zu delegitimieren versucht. Die dritte Herausforderung ist der zunehmende Einfluss des islamischen Fundamentalismus, unter dem besonders christliche Minderheiten in der Region leiden.

Fast alle jüdischen Parteien anwesend

Israel sieht sich auch in traditionell befreundeten Gesellschaften zunehmend unter Druck gesetzt. Deshalb sucht es die Zusammenarbeit mit Akteuren in Kirche und Gesellschaft, die einen theologischen und historischen Bezug zu Israel erkennen.

Das israelische Parlament nimmt dieses Anliegen ernst. Das zeigt die hohe Teilnehmerzahl bei der Neubelebung des „Ausschusses für christliche Verbündete“. Den Vorsitz hat das Knessetmitglied Robert Ilatov von der Partei Israel Beiteinu inne. Abgesehen von den aschkenasischen Ultraorthodoxen waren alle jüdischen Parteien im israelischen Parlament vertreten: der Likud, Jesch Atid, Kulanu, das zionistische Lager und die sephardisch-orthodoxe Schass.

Hochkarätige Politiker nahmen sich Zeit für ihre christlichen Freunde, darunter Avi Dichter, der ehemalige Chef des Inlandsgeheimdienstes „Schabak“ und Minister für Innere Sicherheit, der ehemalige Polizeichef von Jerusalem, Mickey Levy, der renommierte Historiker und ehemalige Botschafter Israels in den USA, Michael Oren, eine ehemalige Stabsoffizierin und Terrorismusexpertin, Anat Berko, und Merav Ben Ari, die sich als Jugendpolitikerin besonders für junge Christen und deren Bezug zu Israel einsetzen möchte.

Christen danken für „neue Dimension der Offenheit“

Bei der Eröffnungssitzung der 15-köpfigen Arbeitsgruppe am 22. Juli meldeten sich zudem der ehemalige Außenminister und Fraktionschef von Israel Beiteinu, Avigdor Lieberman, der Knessetvorsitzende Juli Edelstein, Tourismusminister Jariv Levin und die Ministerin für soziale Gleichstellung, Gila Gamliel, zu Wort. Ebenso wie Sam Grundwerg vom „Jüdischen Weltkongress“ (WJC) betonten sie, dass die Knesset die Zusammenarbeit mit Christen, die Israel unterstützen wollen, als keineswegs selbstverständlich, sondern als Vorrecht, betrachte. Sie seien sich im Klaren, dass Israel die aktive politische Unterstützung der Christen in ihren Heimatländern brauche. Der „Jüdische Weltkongress“ und seine nationalen Vertretungen sollen als strategischer Partner des Knesset-Ausschusses für christliche Verbündete gemeinsame Projekte unterstützen.

Die Vertreter von drei christlichen Israelwerken beantworteten die Erklärungen der israelischen Parlamentsabgeordneten. Jürgen Bühler von der „Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem“ (ICEJ), Rebecca Brimmer von „Bridges for Peace“ und Tom Hess vom „Jerusalem House of Prayer for All Nations“ bedankten sich für eine neue Dimension der Offenheit und Zusammenarbeit zwischen Israel und der weltweit stark wachsenden evangelikalen Bewegung.

Der „Ausschuss für christliche Verbündete“ in der Knesset wurde im Januar 2004 gegründet. Er wird nach Neuwahlen nicht automatisch fortgeführt, sondern muss von jeder Knesset neu bestätigt werden. (ndr)

Von: Nicolas Dreyer

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