Yasser Arafat hat die Wahl zwischen einem Bürgerkrieg in den Autonomiegebieten und einer offenen Konfrontation mit Israel. Das sind beides keine sehr gemütlichen Perspektiven.

 

Aber er wäre nicht Arafat, wenn er sich nicht für eine dritte – die eigentlich unmögliche – Alternative entscheiden würde. Er setzt weiter auf die "Politik der Drehtür" in Gefängnissen, verhaftet die dritte und vierte Garde der islamistischen Unterstützerszene und läßt die Top-Leute laufen.

 

Dieses Konzept war jahrelang erfolgreich. Nur zu gern wollte der Westen glauben, daß der Palästinenserführer wirklich ein Partner für den Frieden ist. Das ist nun vorbei. Niemand glaubt Yasser Arafat mehr ein Wort. Die Welt hat ihn aufgegeben.

 

Nach einer Karriere voller Winkelzüge, Lügen und nicht gehaltenen Versprechen, hat sich der vom Tode gezeichnete Revolutionär nun wirklich verstiegen.

 

US-Präsident George W. Bush und sein Außenminister Colin Powell sind sauer, weil sie für ihr Entgegenkommen bestraft wurden. Sie sprachen öffentlich vom Staat "Palästina", die Bomben der palästinensischen Terroristen gegen Unschuldige waren die Antwort auf dieses bislang großzügigste Angebot der Amerikaner.

 

Auch der letzte Friedensbewegte in Israel hat erkannt, daß der Anführer der PLO kein Partner für einen dauerhaften Frieden sein möchte. Alle Welt fordert nun von Arafat ein entschiedenes Vorgehen gegen die Terroristen im eigenen Lager. Aber das kann er nicht – und er will es wohl auch nicht.

 

Arafat hätte zum dritten Mal einen eigenen Staat haben können – und wollte wieder nicht. Warum?

 

Der alte Strippenzieher hat 40 Jahre lang die Revolution gepredigt und gelebt. Die Rolle des Politikers ist ihm zuwider. Er möchte sich nicht mit profanen Dingen wie Arbeitslosigkeit und Korruption auseinandersetzen. Dafür scheint er zu sehr der Welt (und seinem Volk) entrückt.

 

Yasser Arafat, der immer eine Waffe trägt, zieht es noch einmal dahin, wo er sich auskennt: in die Schlacht. Es wird seine letzte sein.

Von: <i>Christoph A. Zörb</i>