Knesset erinnert an Rabin-Mord

JERUSALEM (inn) – Der Mord an Premierminister Jitzhak Rabin bleibt als „ewige Schande“ im Gedächtnis des jüdischen Staates. Diese Ansicht hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu am Mittwoch in einer Sondersitzung der Knesset geäußert. Dabei gedachten die Abgeordneten des Attentats vor 18 Jahren.
Jitzhak Rabin ein Jahr vor seiner Ermordung mit dem jordanischen König Hussein (r.)
Jitzhak Rabin ein Jahr vor seiner Ermordung mit dem jordanischen König Hussein (r.)

„In den Jahren unserer Unabhängigkeit haben wir frohe und schmerzhafte Ereignisse erlebt“, wird Netanjahu in der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ zitiert. „Ein schwarzer Moment, an den als ewige Schande erinnert werden wird, ist die Nacht, in der Jitzhak Rabin ermordet wurde. Er wurde durch einen Juden ermordet, dessen Hand nicht zitterte, als er mit dem tödlichen Gewehr schoss. Ich sage einmal mehr, und es ist wichtig, dass wir alle es wieder sagen – es gibt keine Gnade für den Mörder, und ihm darf niemals Gnade gewährt werden.“
Der Abgeordnete Israel Eichler von der Partei des Vereinigten Torah-Judentums wandte sich gegen die Vorstellung, Hetze fördere politische Morde. Er prangerte die Hetze gegen ultraorthodoxe Juden in Israel an. Nichts sei aus den Tagen vor dem Attentat gelernt worden. „Die Hetze hat nur zugenommen“, beklagte der Politiker. Wenn die ultraorthodoxe Öffentlichkeit nicht die Möglichkeit erhalte, ihr Leben in Israel zu führen, müsse sie sich eben ins Exil begeben. Eichler nahm Bezug auf den früheren Vorsitzenden des Inlandsgeheimdienstes Schabak, Carmi Gilon. Dieser hatte angesichts der „Preisschild“-Angriffe gegen Araber vor weiteren politischen Morden gewarnt (Israelnetz berichtete).

Staatliche Zeremonie auf dem Friedhof

Auf dem Jerusalemer Herzlberg nahmen Angehörige und ranghohe Politiker am Mittwoch an einer staatlichen Gedenkzeremonie teil. An Rabins Grab sagte Staatspräsident Schimon Peres, nur eine Zweistaatenlösung werde Israels moralischen Charakter und seine Zukunft als jüdischer und demokratischer Staat erhalten. „Jitzhak Rabin stand an der Front der Nation im Kampf um ihre Gründung und in der Verteidigung ihres Lebens“, fügte das Staatsoberhaupt hinzu. „Er überlebte die Feuer des Krieges, war aber dem verzehrenden Feuer des Verbrechers ausgeliefert, der den Abzug drückte, ihm in den Rücken schoss und sein Herz verstummen ließ. Das Verbrechen jener bösen Hand wird nie vergeben werden.“
Peres charakterisierte Rabin als „realistisch und ausgewogen“ und fuhr fort: „Er wusste, dass der Weg noch lang ist, bis unsere Schwerter niedergelegt werden konnten und Frieden erreicht werden konnte. Er erkannte den historischen Bedarf Israels, Frieden mit seinen palästinensischen Nachbarn zu erlangen, und unterzeichnete ein Friedensabkommen mit Jordanien. ‚Friede wird mit Feinden geschlossen‘, sagte er immer.“ Der Mörder habe ein heiliges Gebot der Torah Israels entweiht: „Du sollst nicht töten“. Kein jüdisches Mittel könne solch ein Gebot aus den Zehn Geboten ausmerzen. Kein Mensch, der so etwas begangen habe, sei der Vergebung wert.
Netanjahu sagte auf dem Herzlberg: „Rabin ging Risiken ein, aber er verschloss seine Augen nicht angesichts der Gefahr.“ Er fügte an: „Präsident Peres hat sehr richtig gesagt, dass man Frieden mit Feinden macht, aber mit Feinden, die Frieden wünschen. Feinde, die keinen Frieden wünschen und wollen, dass wir von der Landkarte gewischt werden, sind kein Ziel für Frieden.“
Bereits am Samstag hatten sich 35.000 Menschen auf dem Platz in Tel Aviv versammelt, an dem Rabin am 4. November 1995 durch den Juden Jigal Amir ermordet wurde.

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