Kerry traf sich am Donnerstag mit Premierminister Benjamin Netanjahu, um die Details für eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit der palästinensischen Führungsspitze zu diskutieren. Wie die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“ aus Regierungskreisen erfahren haben will, gebe es Informationen, dass der palästinensische Präsident Abbas nicht wirklich Verhandlungsbereit sei: „Er will sich mit Netanjahu zusammensetzen, hat aber nicht die Absicht , sich in den Gesprächen nach vorne zu bewegen“. Abbas wolle die einseitige Strategie fortsetzen, die die Palästinenser mit den Vereinten Nationen betrieben, ohne mit Netanjahu Entscheidungen zu treffen.
Wie die Zeitung weiter berichtet, sei auch Netanjahu derzeit darauf bedacht, taktische Schritte zu unternehmen. „Er weiß, dass er jetzt die Gelegenheit hat, sich in der Mitte zu positionieren. Es würde ihm nicht schaden, und bei dem, was gerade alles in der Likud-Partei passiert, ist das eine gute Gelegenheit, um den Amerikanern zu zeigen, dass er es mit seinen Absichten ernst meint“, sagte die Regierungsquelle der „Yediot Aharonot“. Netanjahu könne nichts verlieren, wenn er sich jetzt gegen den rechten Flügel der Partei positioniere, da derzeit keine wichtigen Entscheidungen auf der Agenda stünden.
Fortschritte bis September gewünscht
Kerry traf sich am Donnerstag zunächst mit dem jordanischen König Abdullah, um über die Situation der mehr als 500.000 Flüchtlinge zu sprechen, die wegen des Bürgerkriegs von Syrien nach Jordanien gekommen waren. Am Abend setzte er sich in Jerusalem mit Netanjahu zusammen, Einzelheiten des Gesprächs wurden laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ nicht Publik. Die beiden hätten bis in den frühen Freitagmorgen hinein zusammengesessen.
Laut Medienberichten wünscht sich Kerry entscheidende Fortschritte, bevor im September die Generalversammlung der Vereinten Nationen zusammenkommt. Am Freitag wird er sich auch mit Abbas treffen.