Kerry: Atomabkommen wird Israel schützen

JERUSALEM (inn) – Der US-amerikanische Außenminister John Kerry hat im israelischen Fernsehen für das Atomabkommen mit dem Iran geworben. Einige Bedenken gegen das Abkommen seien „hysterisch“.
Kerry versucht, die israelische Öffentlichkeit vom Atom-Deal zu überzeugen. (Archivbild)

Foto: U.S. State Department

Kerry versucht, die israelische Öffentlichkeit vom Atom-Deal zu überzeugen. (Archivbild)
Der US-amerikanische Außenminister John Kerry hat sich am Sonntag an die israelische Öffentlichkeit gewandt, um für das Atomabkommen mit dem Iran zu werben. Er versicherte dabei, dass Israel von dem Abkommen profitieren werde. Denn es bedeute, dass die Weltgemeinschaft das iranische Atomprogramm stärker als bislang kontrollieren kann. In dem Gespräch mit dem Sender „Kanal 10“ erklärte Kerry, Israel brauche sich nicht vor einer Bombe zu fürchten. Die Bedenken gegenüber dem Atom-Deal hätten mitunter hysterische Ausmaße. „Ich sage es zu jedem Israeli, dass wir heute die Fähigkeit haben, die Iraner aufzuhalten, wenn sie sich entscheiden sollten, schnell eine Bombe zu bauen. Und ich garantiere absolut, dass wir in Zukunft die Fähigkeit haben werden, zu wissen, was sie tun, so dass wir sie immer noch aufhalten können, wenn sie sich dazu entscheiden, eine Bombe zu bauen.“

Notfalls die militärische Option

Der Diplomat sagte laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ außerdem, dass die USA Israel niemals enttäuschen würden. Notfalls gingen die USA auch militärisch gegen den Iran vor. Umgekehrt glaube er nicht, dass Israel einen Angriff auf den Iran beginnen werde, ohne die USA davon zu unterrichten. „Ich glaube, unsere Beziehung mit Israel ist derart, dass der Regierungschef (Benjamin Netanjahu) mit uns in angemessener Ausführlichkeit darüber reden wird, denn wir wären stark eingebunden in das, was danach passiert – und das hätte weitreichende Folgen.“ Kerry bekräftigte außerdem, dass die US-Regierung um Präsident Barack Obama für Israel eintrete. Kerry verwies auf den Umstand, dass die USA deswegen im Jahr 2013 ihre Stimme bei der Weltkulturorganisation UNESCO eingebüßt haben. „Wir erheben uns jede Woche, um Israel in den verschiedenen Gremien der Welt zu verteidigen. Keine Regierung in der amerikanischen Geschichte hat so viel dafür getan, um zu versuchen, Israel zu helfen.“ Die israelische Regierung sieht den verhandelten Atomdeal äußerst kritisch. Sie befürchtet, dass der Iran Nuklearwaffen entwickeln und Terrorgruppen damit ausrüsten wird, die Israel angreifen. Einer Umfrage vom Februar zufolge denken 61 Prozent der Israelis, dass Obama einen „schlechten Deal“ unterzeichnen wird. (df)

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