NEW YORK (inn) – Eine neue Studie hat ergeben, dass die Unterernährungsraten bei Kindern im Gazastreifen zum Teil niedriger sind als vor dem Gazakrieg. Sie wurde im Auftrag des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF erstellt und im Juli veröffentlicht.
Um an valide Daten zu kommen, nutzten die Forscher eine international anerkannte Methode der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie untersuchten Kinder unter fünf Jahren und setzten ihr Gewicht ins Verhältnis zu ihrer Körpergröße. Demnach lagen die Raten für akute Unterernährung im Gazastreifen zwischen 0,2 und 0,8 Prozent.
Zudem maßen sie den Umfang des Oberarms und kamen damit auf einen etwas höheren Wert von 1,3 Prozent. Diese Werte seien erheblich niedriger als in Ägypten (3,3 Prozent), Jordanien (2,3 Prozent) und Syrien (12,2 Prozent), schrieb die israelische Zeitung „Jerusalem Post“ am Freitag. Das israelische Außenministerium kommentierte den UNICEF-Bericht auf X mit den Worten: „In anderen Worten: Es gibt keine Hungersnot im Gazastreifen“.
A new study commissioned by UNICEF shows that the nutritional situation in Gaza – contrary to all propaganda – is today better than in all neighboring Arab states and even better than in some European countries.
— Israel Foreign Ministry (@IsraelMFA) August 6, 2026
The proportion of acute malnutrition among children under five… pic.twitter.com/eiIoaeqNip
Danon: Vorwürfe widerlegt
Der israelische UN-Botschafter Danny Danon erklärte am Donnerstag, die Studie widerlege die Vorwürfe gegenüber Israel. „Wieder einmal setzen sich Fakten gegen Fiktion durch“, sagte er und ergänzte: „Die Vereinten Nationen erkennen an, dass das falsche Narrativ gegen Israel in sich zusammenfällt“.
Ein Bericht der „Integrated Food Security Phase Classification“ (IPC) spricht ebenfalls von einer verbesserten Ernährungslage im Gazastreifen. Weniger als 5 Prozent der Kinder unter fünf Jahren seien akut unterernährt. Dennoch, mahnen die Autoren, bestehe nach wie vor eine Ernährungsunsicherheit. Zudem seien die Bewohner des Küstenstreifens im hohen Maße von externer Hilfe abhängig. (mw)